Offenbarungen der Engel der Göttlichen Wahrheit - Jesus offenbart erneut das Evangelium


 

 

Kapitel 12

Das Gericht—das Gesetz über die Abgeltung & Vergebung

 

 

Nach dem Tod das Gericht: Was es ist, und was es nicht ist. (Jesus)

Die wahre Vergebung ist das Vergessen. (Petrus der Apostel)

Göttliche Vergebung. (Ann Rollins)

Das Gesetz über die Abgeltung. (John Bunyan)

Das Gesetz der Abgeltung wird von seinem Wirkungsbereich entfernt, wenn die Göttliche Liebe die Seele in ausreichender Menge erfüllt. (Helen Padgett)

 


 

 

 

Das Gericht—das Gesetz über die Abgeltung & Vergebung

 

 

Nach dem Tod das Gericht: Was es ist, und was es nicht ist

 

Ich bin hier, Jesus

Ich bin hier und möchte ein paar Zeilen über den "großen Tag des Gerichts" schreiben, worüber die theologischen Lehrer und Autoren so oft schreiben. Ich weiß, dass die Bibel, oder vielmehr einige der Bücher, diesen Tag sehr betonen, wenn Gott, wie sie behaupten, Seine "Gefäße des Zorns" über die Gottlosen leeren und sie zu einer Ewigkeit in der Höllenqual verdammen wird.

Es gibt, wie du weißt, eine große Vielfalt an Meinungen unter diesen Gelehrten über den Sinn und die Bedeutung dieses "jüngsten Gerichtes", und wann es von der zeitlichen Sicht her stattfinden wird. All diese verschiedenen Ansichten werden von Studenten und Lehrern vertreten, die sie als frei von jeglichem Zweifel betrachten und das so auch der Welt verkünden.

Nun, es ist gewiss, dass alle Menschen sterben müssen, und dass das Gericht kommen wird; und dass es dem Tod so sicher nachfolgt, wie der Tod selbst sicher ist, und genauso logisch wie eben eine Auswirkung einer Ursache folgt. Die Menschen sollten also kein Problem haben, an das Gericht als eine unvermeidbare Tatsache zu glauben, so wie der Tod nicht vermieden werden kann.

Aber das Wort und der Sachverhalt "Gericht" kann, wenn es als Effekt oder Folge des Todes angesehen wird, viele Bedeutungen in den Ansichten und im Verständnis vieler Menschen haben, was von den religiösen, wissenschaftlichen oder philosophischen Überzeugungen der Menschen abhängt.. Für die Ultra-Orthodoxen bedeutet dieser Ausdruck "Gericht", und schließt notwendigerweise mit ein, das aktive Fällen eines "Urteils" durch Gott - und das Leben der Menschen und ihre Gedanken auf Erden als Sterbliche verursachen und bestimmen das Urteil, und es werden keine allgemeinen Gesetze Gottes und deren Wirken dabei berücksichtigt. Gott ist Selbst der "Richter" - persönlich und anwesend - und Er besitzt die Fähigkeit, das Leben und die Werke jedes Menschen zu kennen, zu analysieren und als Grundlage für das "Urteil" zu verwenden, das Er in jedem individuellen Fall aussprechen muss. Gott führt genau Buch über alle Taten der Menschen, oder wenn es dem Menschen selbst gegeben ist, sein eigener Buchführer zu sein, so werden seine Daten zum Zeitpunkt der "großen Gerichtsversammlung" geöffnet oder ans Tageslicht gebracht, damit nichts verloren gehen kann. Dann werden die Menschen je nach den Fakten zur ewigen Seligkeit oder zur ewigen Höllenqual geschickt, oder wie manche glauben, zur Zerstörung und Vernichtung.

Andere, nicht Orthodoxe, die an das Überleben der Seele glauben und an das Weiterbestehen der Erinnerung an die Taten und Gedanken der Menschen, lehren, dass das Gericht dem Tod als natürliche Konsequenz des Wirkens des Gesetzes über Ursache und Wirkung folge; und der Wirkung könne nicht entkommen werden, bis die Menschen sich auf irgendeine Weise bewusst werden, dass die Wirkung in ihrem Leiden die Ursache zufriedengestellt hat, und dass es nichts Mysteriöses oder Unnatürliches in der Art und Vorgangsweise des Gerichtes gibt. Sie glauben nicht, dass Gott durch eine spezielle Intervention oder persönliche "Bestrafung" das Urteil aussprechen werde oder die Verdienste und Missetaten des vor Gericht gestellten Menschen bestimme.

Neben diesen Ansichten sind noch andere vorhanden und werden geglaubt. Aber die beiden, die ich erwähnt habe, genügen, um zu zeigen, was die große Mehrheit der denkenden, oder besser glaubenden, Menschen unter dem Begriff "Gericht", so wie er in der Bibel verwendet wird, als richtig erachten oder meinen, dass als richtig erachtet werden sollte.

Nun, das Gericht über die menschliche Seele ist ein wichtiger Begleitumstand des menschlichen Lebens sowohl im Fleische als auch in der spirituellen Welt. Und was die Enthüllung der Seele und ihre Bestrafung anbelangt, so verlangt kaum etwas mehr Gedanken und Erwägung vom Menschen; dann es ist eine Gewissheit, dass das nicht von den Menschen umgangen werden kann, ganz gleich ob jetzt ihr Glaube wahr oder falsch ist. Das Gericht folgt so sicher dem sogenannten Tod nach wie die Nacht dem Tage, und keine Philosophie oder religiöses Dogma oder wissenschaftliche Feststellung kann die Tatsache ändern oder auf irgendeine Art den Charakter oder die genaue Vorgangsweise des Gerichtes beeinflussen.

Aber das Gericht ist nicht etwas, was ausschließlich zum Zeitraum oder zur Bedingung nach dem Tod gehört, denn es ist bei den Menschen und wirkt vom Zeitpunkt ihrer Inkarnation in einem menschlichen Körper an, bis sie schließlich diesen Körper verlassen, und danach immerfort, bis die Ursachen der Ergebnisse befriedigt worden sind, und nichts mehr übrig ist, was verurteilt werden kann - und dieses glückliche Ende ist auch eine Tatsache.

Alle Menschen hängen bei ihrem Fortschritt zu einem Zustand der Harmonie von festgelegten Gesetzen ab, die das Gericht bilden. Diese Gesetze wirken schon auf der Erde, und die Menschen werden fortwährend beurteilt auf Grund der Ursachen, die sie ins Dasein rufen, und nach dem Tod ist dieses Gericht nur eine Fortsetzung des Gerichtes über die Menschen auf Erden.

Natürlich - was die Menschen vielleicht nicht wissen - wird dieses Gericht oder seine Auswirkungen intensiver, wenn die Menschen sich von den Einflüssen ihrer fleischlichen Existenz befreit haben und zu spirituellen Wesen werden, die nur die spirituellen Eigenschaften besitzen. Aus diesem Grunde müssen die Menschen verstehen und zu begreifen trachten, dass der Ausdruck "nach dem Tod das Gericht" eine größere Bedeutung hat und bei weitem vielsagender ist, als einfach zu sagen, dass "das Gericht immer beim Menschen sei während seines irdischen Lebens."

Nach dem Tod werden die Ursachen des Fehlens der Harmonie mit dem Gesetz betonter und zeigen sich in ihrer wahren Bedeutung und Stärke. Folglich werden durch diese Offenbarung die Effekte intensiver und besser verstanden, und die Menschen leiden mehr und werden sich der Finsternis bewusst, der bisweilen argen Finsternis, die diese Effekte hervorrufen. Das Fehlen der Harmonie erscheint in ihrer nackten, unverborgenen Realität, und das Gesetz bringt den Menschen genau die Strafen, die ihre Vergehen erfordern.

Der Mensch ist sein eigener Buchhalter. Und in seinem Gedächtnis befinden sich alle seine Gedanken und Taten im Erdenleben aufgezeichnet, die nicht in Harmonie mit dem Willen Gottes stehen, der durch seine Gesetze ausgedrückt oder manifestiert wird. Das Gericht ist keine Angelegenheit eines Tages oder eines bestimmten Zeitpunktes, sondern hört nie auf, solange irgendetwas bestehen bleibt, worauf es wirken kann; und es lässt an Intensität nach in dem Maße, wie die Ursachen des unharmonischen Zustandes verschwinden.

Gott ist nicht im "Zorn" anwesend und verlangt "Wiedergutmachung", wie das der Mensch macht, der glaubt, von einem andern geschädigt worden zu sein. Nein, der Vater ist nur in Liebe anwesend. Und wenn die Seele desjenigen, der die Strafe erleidet (die ihm seine eigenen Taten und Gedanken auferlegt haben), mehr und mehr in Harmonie mit dem Willen des Vaters gelangt, dann ist Er, wie ihr Sterblichen sagt, sehr erfreut.

Niemals ein "zorniger" Gott, der sich an der Satisfaktion "ergötzt", weil eines Seiner abgeirrten Kinder eine Strafe verbüßt, sondern immer ein Liebender Vater, der sich an der Erlösung Seiner Kinder vom Leiden erfreut, das die Übertretung der Gesetze über die Harmonie mit aller Strenge hervorruft.

Das Gericht ist also, wie ich sage, nicht ein spezieller Zeitpunkt, wenn alle Menschen sich in der Gegenwart Gottes versammeln müssen, und ihre Gedanken und Taten auf die Waage gelegt werden und dann je nach ihrer Güte oder Bosheit den Urteilsspruch eines zornigen oder vielleicht sogar gerechten Gottes hinnehmen.

Der Tag des Gerichtes findet jeden Tag statt, sowohl im irdischen Leben eines Menschen als auch in seinem Leben als spirituelles Wesen, wo das Gesetz über die Abgeltung immer noch wirkt. In der spirituellen Welt ist die Zeit unbekannt, und jeder Atemzug bildet einen Teil der Ewigkeit; und mit jedem Atemzug kommt das Gericht, solange es das Gesetz erfordert, und dauert fortwährend, bis der Mensch, als spirituelles Wesen, jenen Zustand der Harmonie erreicht, wo das Gesetz nicht mehr länger ein Verfahren gegen ihn verlangt.

Aber aus dem, was ich geschrieben habe, dürfen die Menschen nicht ableiten oder sich der Täuschung hingeben zu glauben, dass das Gericht nicht gefürchtet oder vermieden werden müsse, weil es keinen speziellen Tag gibt, wann Gott sein "Urteil" fällt. Nein, diese Denkweise wird nur einen Moment lang beruhigen, denn das Gericht ist gewiss; und es sollte nicht weniger gefürchtet werden, weil das unabänderliche Gesetz anstatt eines "zornigen" Gottes eine vollkommene Wiedergutmachung verlangt.

Niemand, der gelebt hat und gestorben ist, ist so einfach davongekommen, und niemand, der noch leben und danach sterben wird, kann diesem Gericht auskommen, außer wenn er auf eine Weise, die der Vater in Seiner Liebe vorgesehen hat, in Harmonie mit den Gesetzen kommt, die die Harmonie fordern. "Was der Mensch sät, das soll er ernten " ist so wahr wie die Tatsache, dass die Sonne gleich über Gerechte und Ungerechte scheint. Die Erinnerung ist das Warenlager der Menschen des Guten und des Bösen, und die Erinnerung stirbt nicht beim Tode des physischen Körpers des Menschen. Im Gegenteil, die Erinnerung wird lebhafter - erreicht volle Lebensstärke - und nichts wird zurückgelassen oder vergessen, wenn das spirituelle Wesen Mensch die Last und die lähmenden und täuschenden Einflüsse des einzigen menschlichen Körpers abwirft, dem bestimmt wurde zu sterben.

Das Gericht ist echt, und die Menschen müssen sich ihm von Angesicht zu Angesicht stellen. Das Fehlen von Glauben, der Unglaube, die Gleichgültigkeit oder die Anwendung des Sprichwortes auf das Leben der Menschen "das Übel reicht für den Tag, aus dem es entspringt" wird es den Menschen nicht ermöglichen, das Gericht oder die Eintreibung seiner Forderungen zu vermeiden.

Es gibt aber einen Weg, wie die Menschen das Gericht des Todes in ein Gericht des Lebens verwandeln können, das Fehlen der Harmonie in Harmonie, das Leid in Seligkeit, und das Gericht selbst zu etwas, was man sich wünscht.

Wir haben an anderer Stelle über diesen Weg geschrieben, der allen Menschen offen steht, und ich werde nicht versuchen, ihn hier zu erläutern.

Ich habe für heute Nacht genug geschrieben. Du bist müde und darfst nicht noch mehr angestrengt werden.

Also, mit meiner Liebe wünsche ich dir eine gute Nacht.

Dein Bruder und Freund,

Jesus

   

 


 

   

Die wahre Vergebung ist das Vergessen

 

Ich bin hier, Petrus der Apostel

Lass mich ein paar Zeilen schreiben, denn ich brenne darauf, dir über eine Wahrheit zu schreiben, die in unserer spirituellen Welt herrscht, und mit der du vielleicht nicht vertraut bist.

Wie du vielleicht nicht weißt, gibt es ein Gesetz in unserer Welt, welches die Seele einer Person, die noch nicht geläutert worden ist, die Strafe für die sündigen und bösen Taten erleiden lässt, deren er während seines irdischen Lebens schuldig geworden ist. Und es gibt keine Verzeihung dieser Handlungen im Sinne, wie jene Vergebung von den Theologen und Kirchen gelehrt wird. Die einzige Vergebung ist das Aufhören der Erinnerung an diese Taten, womit dies werden, als ob sie nie geschehen wären; und wenn die Seele natürlich rein wird und in Harmonie mit den Gesetzen ihrer Erschaffung gelangt, erreicht sie in diese natürliche Bedingung. Dann, und nur dann, findet die Vergebung statt.

Gott verzeiht nicht, indem er einfach die Vergebung ausspricht, oder indem er willkürlich und plötzlich die Sünden auslöscht und somit die Bedingung entfernt, die das Fehlen der Harmonie hervorruft. Und deshalb wirst du verstehen, dass er die Sünden nicht auf diese Weise vergeben kann, und genauso wenig können das die Päpste, Priester, Lehrer oder Kirchen. Das Aussprechen der Vergebung durch diese Menschen stellt eine Irreführung und eine Schädigung der Personen dar, die um die Vergebung beten und bitten; und wegen dieser Irreführung werden jene Menschen sich verantworten müssen, wenn sie in die spirituelle Welt kommen und sich über die wahre Vergebung klar werden und über die große Irreleitung, die sie auf jene anwandten, die ihre Kirchenmitglieder waren und an die falschen Doktrinen glaubten. Viele spirituelle Wesen leben und leiden nun in der Finsternis ihrer "Fegefeuer", eben wegen ihres Glaubens an diese irreführenden Lehren und der daraus entstehenden Folgen.

Es gibt keine Vergebung, bis der Mensch die Anstrengung unternimmt, gegen diese Erinnerungen anzukämpfen, Erfolg erringt und sich von ihnen befreit. Und diese Befreiung kann von den Menschen nur dann erlangt werden, wenn sie die Tatsache erkennen, dass die Sünde nur der Effekt davon ist, dass sie dieses oder jenes getan haben und dieses oder jenes gedacht haben, was nicht in Harmonie mit dem Willen Gottes und den Gesetzen stand, die die Schöpfung des Menschen regeln.

Es kann kein Sündigen des physischen Körpers oder des spirituellen Körpers geben, sondern nur der Seele durch die Ausübung des freien Willens in einer Weise, die dem Willen des Vaters entgegensteht. Der Körper wird natürlich von diesen unharmonischen Gedanken und zwingenden Direktiven des Willens in Mitleidenschaft gezogen, und er wird dadurch aufgefordert, die Tat zu begehen, die das äußere Zeichen der unharmonischen Ausübung des Willens ist. So wie Gott dem Menschen die Freiheit in der Ausübung seines Willens zugesteht (wie dieser Wille eben durch die Gedanken, Wünsche und Gefühle seiner Begehren und Gelüste beeinflusst wird), so überlässt Gott dem Menschen auch die Anwendung der Heilmittel, die die Seele von diesen Einflüssen und Folgen befreit, die die Ausübung des Willens hervorruft. Und nur wenn diese Gedanken, Begehren und Gelüste aus seiner Seele und seinen Wünschen entfernt werden, gelangt die Seele in ihren natürlichen Zustand und in Harmonie mit dem Willen Gottes.

Der Mensch selbst muss die Initiative ergreifen, um diese Änderung in seinem Willen herbeizuführen, und keine Zusicherung der Vergebung durch Päpste, Priester oder Kirchen kann diese verunreinigenden Einflüsse auslöschen oder das entfernen, was die Ursache der Sünde ist oder die Folge der Ursache. Du musst sehen, dass es keine Beziehung zwischen der Zusicherung der Vergebung und der Sünde, oder deren Ursache, geben kann.

Vom Gebet zum Vater um die Verzeihung oder vom Gesuch an Priester oder Kirchen wird angenommen, dass sie den gesuchten Zweck erreichen, aber dieser Glaube ist irrig und bringt nicht die Erleichterung, um die gebetet wird. Dennoch ist das Gebet ein sehr wichtiges Element bei der Vergebung. Denn der Vater verzeiht zwar nicht die Sünde in der erwähnten Weise, und die Priester und Kirche können das nicht, aber das wahre, aufrichtige Gebet zum Vater um die Vergebung wird eine Antwort bringen. Diese Antwort wird nicht die Sünde betreffen, sondern die Seele und den Zustand der Menschen, sodass ihr Wille, Begehren und ihre Wünsche in einer Weise beeinflusst werden, indem sie eine wunderbare Hilfe erhalten und diese Tatsache auch bewusst wahrnehmen, um diese Begehren und Wünsche ändern zu können, und um ihre Gedanken dorthin zu lenken, wo es ihnen möglich ist, jene Taten und Gedanken aus ihrer Erinnerung zu entfernen, die die Ursache des Daseins ihrer Seelen in einem Zustand der Sünde sind.

Wenn sich doch die Menschen nur dieser Wahrheit bewusst wären, und, wenn sie die Vergebung ihrer Sünden ersehnen, zum Vater um Hilfe beteten, damit sie sich von diesen Gedanken abwenden und ihren Willen in Übereinstimmung mit Seinem Willen ausüben, und wenn sie nicht eine willkürliche Vergebung oder Entfernung ihrer Sünden erwarteten, dann befänden sie sich auf dem Weg zum Vergessen und zur wahren Vergebung.

Nun, ich wünschte, dir diese kurze Botschaft zu schreiben, und ich freue mich, dass ich das tun konnte. Ich danke dir und wünsche dir eine gute Nacht.

Dein Bruder in Christus,

Petrus

 

 


 

   

Göttliche Vergebung

 

Ich bin hier, Deine Großmutter

Ich bin gekommen, um dir über die Vergebung und Verzeihung des Vaters zu schreiben, und um dich über das Thema aufzuklären, das so wenig verstanden worden ist, seit die Menschen begannen, die Lehren des Meisters zu verdrehen.

Die Vergebung ist jenes Wirken der Göttlichen Vernunft, das den Menschen von der Strafe für die Sünden befreit, die er begangen hat, und es ihm erlaubt, sich von seinen bösen Gedanken und Taten abzukehren und die Liebe des Vaters zu suchen; und wenn er aufrichtig sucht, die Seligkeit zu finden, die auf ihn wartet, damit er sie erlangt.

Das verstößt gegen kein Gesetz, das Gott eingesetzt hat, um den Menschen daran zu hindern, den Strafen zu entgehen für den Verstoß gegen das Gesetz Gottes, das sein Verhalten regelt. Das Gesetz der Abgeltung - das was ein Mensch sät, das soll er ernten - wird nicht außer Kraft gesetzt. Aber im speziellen Fall, wenn ein Mensch bereut und in aller Ernsthaftigkeit zum Vater betet, damit Er ihm seine Sünden vergibt und ihn zu einem neuen Menschen macht, wird die Wirkung eines anderen und größeren Gesetzes aufgerufen. Das alte Gesetz der Abgeltung wird annulliert, und von der Macht dieses höheren Gesetzes der Vergebung und Liebe sozusagen geschluckt.

Du siehst also, keines der Gesetze Gottes wird außer Kraft gesetzt. Wie in der physischen Welt gewisse geringere Gesetze von größeren Gesetzen überschattet werden, so geschieht das auch in der spirituellen Welt oder im spirituellen Wirken, die größeren Gesetze müssen über die geringeren vorherrschen. Gottes Gesetze ändern sich niemals, aber die Anwendung dieser Gesetze auf besondere Tatsachen und Bedingungen scheint sich zu ändern. Wenn zwei Gesetze in offensichtlichen Konflikt geraten, muss das geringere dem größeren weichen.

Die spirituellen Gesetze sind genauso fix wie die physischen Gesetze, die das stoffliche Universum regeln. Und kein Gesetz, das für die selben Umstände gilt, variiert je in seiner Wirkung oder in seinen Folgen. Die Sonne und die Planeten werden in ihrer Bewegung von fixierten Gesetzen geregelt, und sie wirken mit einer derartigen Präzision, dass die Menschen, die diese Gesetze studieren und sie verstehen, mit fast mathematischer Genauigkeit die Bewegung dieser Himmelskörper vorausberechnen können. Das bedeutet bloß, dass, solange die Sonne und die Planeten so bleiben, wie sie sind, und von denselben Einflüssen umgeben sind und kein Gesetz antreffen, das entgegengesetzt zu den Gesetzen wirkt, welche sie normalerweise regeln, diese Planeten und die Sonne ihre Bewegung Jahr für Jahr in der gleichen Weise und mit der gleichen Präzision wiederholen werden. Aber nimm einmal an, dass ein mächtigeres und entgegengesetztes Gesetz in Kraft treten und die Bewegungen dieser Körper beeinflussen sollte. Würdest du einen Augenblick lang annehmen, dass sie denselben Kurs verfolgten, wie wenn so ein größeres Gesetz sich nicht eingemengt hätte?

Die Folge davon ist es nicht, ein geringeres Gesetz außer Kraft zu setzen oder es gar zu ändern, sondern es dem Wirken des größeren Gesetzes unterzuordnen. Wenn diese Wirkungen entfernt würden oder aufhörten in ihrer Aktion, dann würde das geringere Gesetz seinen Einfluss auf diese Planeten wieder aufnehmen, und sie bewegten sich dementsprechend, geradeso als ob seine Kraft niemals vom größeren Gesetz betroffen worden wäre.

Und so steht es um das Gesetz über die Abgeltung in der spirituellen Welt, wenn ein Mensch auf Erden Sünden begangen hat, dass er die Strafe für diese Sünden bezahlen muss, bis die volle Buße abgeleistet worden ist, oder bis dem Gesetz Genüge getan worden ist. Dieses Gesetz ändert sich nicht in seiner Wirkungsweise, und niemand kann die unerbittlichen Forderungen des Gesetzes vermeiden oder davor davonlaufen. Er kann von sich aus kein einziges Jota oder keine Tilde der Strafe vermindern, sondern muss die Rechnung bis zum letzten Pfennig begleichen, wie der Meister sagte. Und deswegen kann er sich nicht erhoffen, die Wirkungsweise des Gesetzes ändern zu können.

Aber nachdem der Schöpfer aller Gesetze ein anderes und höheres Gesetz bereitgestellt hat (das unter gewissen Umständen in Wirkung gesetzt werden und verursachen kann, dass die Wirkung des ersteren aufhört), kann der Mensch den Nutzen aus der Aktion des höheren Gesetzes erfahren. Wenn Gott also einem Menschen seine Sünden vergibt und ihn zu einem neuen Geschöpf in seinem Wesen und seiner Liebe macht, dann schafft er in diesem speziellen Fall nicht das Gesetz über die Abgeltung ab, sondern beseitigt den Grund für das Gesetz, in Wirkung zu treten.

Die Sünde ist ein Verstoß gegen das Gesetz Gottes, und die Folge der Sünde ist die Strafe, die der Verstoß hervorruft. Das Leiden eines Menschen wegen seiner Sünden ist nicht das Ergebnis der "speziellen Verurteilung" durch Gott in jedem einzelnen Fall, sondern ist das Ergebnis der Arbeit und der Qual des Gewissens und der Erinnerung. Solange das Gewissen arbeitet, wird er leiden; und je größer die begangenen Sünden sind, umso ärger wird das Leiden sein. Nun, das alles setzt voraus, dass die Seele eines Menschen in einem mehr oder weniger großem Ausmaße von diesen Erinnerungen erfüllt ist, die dann seine ganze Existenz bedeuten. Er lebt mit diesen Erinnerungen, und das Leiden und die Qual, die aus ihnen entspringen, können ihn nie verlassen, bis die Erinnerung an die Sünden oder deren Folgen aufhört, einen Teil von ihm zu bilden und nicht mehr sein ständiger Begleiter ist. Das ist das unerbittliche Gesetz über die Abgeltung. Und der Mensch kann von sich aus diesem Gesetz nicht entkommen außer durch diese lange Sühne, die die Erinnerung entfernt und dem Gesetz Genüge leistet.

Der Mensch kann dieses Gesetz nicht ändern, und Gott wird es nicht ändern. Deshalb, wie ich sage, ändert sich dieses Gesetz nie. Aber erinnere dich an diese Tatsache: Damit dieses Gesetz wirkt, muss ein Mensch diese Erinnerungen besitzen, und sie müssen einen Teil seines eigentlichen Daseins darstellen.

Nun, nimm einmal an, dass der Schöpfer dieses Gesetzes ein anderes Gesetz erschuf, wodurch unter gewissen Bedingungen und wenn der Mensch sich in einer gewissen Art verhält, diese Erinnerungen von ihm genommen werden und nicht mehr länger einen Teil seines Wesens bilden. Dann, so frage ich, was gibt es in oder von diesem Menschen, was das Gesetz der Abgeltung in Wirkung rufen könnte? Das Gesetz änderte sich nicht; es ist nicht einmal außer Kraft gesetzt. Aber das, was es in Wirkung ruft, existiert nicht mehr, und folglich gibt es keinen Grund oder Tatbestand, der es in Aktion setzt.

Deshalb sage ich wie eure Wissenschaftler und Philosophen, dass Gottes Gesetze fixiert sind und sich nie ändern. Aber ich sage weiters, was diese nicht wahrnehmen, nämlich dass, wenn gewisse Bedingungen, die diese Gesetze heute in Aktion rufen können, und das auch tun, morgen geändert werden oder aufhören zu bestehen, diese Gesetze dann nicht länger wirksam sind.

Wenn die Wahrheit über Gottes Vergebung der Sünden erklärt wird, strecken viele weise Männer ihre Hände in die Höhe und rufen: "Gottes Gesetze ändern sich nicht, und sogar Gott selbst kann sie nicht ändern. Um Sünden zu vergeben, müsste gegen das große Gesetz der Abgeltung verstoßen werden. Gott vollführt kein derartiges Wunder oder erteilt einen speziellen Sündenablass. Nein, der Mensch muss die Strafe für seine Übeltaten zahlen, bis das Gesetz erfüllt worden ist."

Wie beschränkt ist doch das Wissen der Sterblichen und auch der spirituellen Wesen über die Macht, die Weisheit und die Liebe des Vaters! Seine Liebe ist das Größte im gesamten Universum, und das Gesetz der Liebe ist das größte Gesetz. Jedes andere Gesetz ist ihm untergeordnet und muss im Einklang mit ihm arbeiten. Und die Liebe - die Göttliche Liebe des Vaters - wenn Sie dem Menschen gegeben worden ist, und er Sie besitzt, ist die Erfüllung jedes Gesetzes. Diese Liebe befreit den Menschen von allen Gesetzen außer dem Gesetz der Liebe selbst. Und wenn ein Mensch diese Liebe besitzt, ist er nicht mehr der Sklave eines Gesetzes und ist frei, wirklich frei.

Das Gesetz über die Abgeltung und alle Gesetze, die nicht mit dem Gesetz der Liebe in Harmonie stehen, finden keinen Angriffspunkt im Falle dieses Menschen. Gottes Gesetze werden wegen dieses Menschen nicht geändert, sie haben einfach kein Dasein.

Nun, alle Menschen, weise oder nicht weise, sollen wissen, dass Gott in Seiner Liebe und Weisheit ein Mittel bereitgestellt hat, wodurch der Mensch, wenn er das so will, dem unveränderlichen Gesetz über die Abgeltung entkommen kann und nicht mehr länger seinen Forderungen und Strafen ausgesetzt ist. Weiters, dass dies innerhalb des Begriffsvermögens und der Auffassung jeder lebenden Seele liegt, sei er nun ein Heiliger oder ein Sünder, ein weiser Mensch oder ein Dummkopf.

Der Verstand im Sinne der Bildung ist nicht davon betroffen. Aber der Mensch, der weiß, dass Gott existiert und ihn mit Nahrung und Kleidung versorgt als Ergebnis seiner täglichen Arbeit, genauso wie der große intellektuelle Wissenschaftler oder Philosoph kann den Weg zu diesen erlösenden Wahrheiten kennenlernen. Ich meine nicht, dass ein Mensch rein durch die Anwendung seiner geistigen Fähigkeiten den Nutzen für seine Erlösung aus dieser großartigen Vorsorge ziehen kann. Die Seele muss suchen, und sie wird finden. Und die Seele des Weisen ist vielleicht nicht so fähig zu empfangen wie die des Dummkopfes.

Gott ist Liebe. Der Mensch besitzt eine natürliche Liebe, aber diese natürliche Liebe reicht nicht aus, um es ihm zu ermöglichen, dieses große Mittel zu finden, von dem ich spreche. Nur die Göttliche Liebe des Vaters ist ausreichend, und Er wünscht, dass alle Menschen diese Liebe besitzen mögen. Sie ist gratis und wartet nur darauf, den Menschen geschenkt zu werden. Aber, so seltsam es auch scheinen mag, Gott wird nicht, und ich könnte sagen kann nicht, diese Liebe schenken, wenn der Mensch nicht danach sucht und um Sie in Ernsthaftigkeit und im Glauben bittet.

Der Wille des Menschen ist etwas wunderbares, und er steht zwischen ihm und dieser Liebe, wenn er versagt, diesen Willen zur Suche nach Ihr einzusetzen. Niemand kann sich diese Liebe gegen seinen Willen sichern. Wie wunderbar ist doch der Wille des Menschen, und dieser sollte ihn studieren und kennenlernen, welch großen Teil seines Wesens er doch darstellt!

Die Liebe des Vaters gelangt nur in die Seele eines Menschen, wenn er Sie durch das Gebet und im Glauben sucht. Und natürlich setzt das voraus, dass er will, dass Sie zu ihm kommt. Niemandem wird jemals diese Liebe verweigert, wenn er dementsprechend darum bittet.

Nun, diese Liebe ist ein Teil der Göttlichen Essenz. Und wenn ein Mensch Sie in genügendem Ausmaße besitzt, wird er zu einem Teil der Göttlichkeit selbst. Im Göttlichen gibt es keine Sünde und keinen Fehler; folglich, wenn der Mensch zu einem Teil dieser Göttlichkeit wird, kann keine Sünde und kein Fehler einen Teil seines Wesens formen.

Nun, wie ich gesagt habe, der Mensch, der diese Liebe nicht besitzt, hat seine Erinnerungen an die Sünde und die bösen Taten und muss gemäß dem Gesetz über die Abgeltung die Strafe dafür begleichen. Aber wenn diese Göttliche Liebe in seine Seele kommt, lässt sie diesen Erinnerungen keinen Platz mehr. Und wie er von immer mehr dieser Liebe erfüllt wird, verschwinden diese Erinnerungen, und nur die Liebe bewohnt seine Seele sozusagen. Deswegen verbleibt nichts in ihm, was dieses Gesetz in Wirkung rufen könnte, und der Mensch ist nicht länger sein Sklave oder ihm unterworfen. Diese Liebe reicht von sich alleine aus, um die Seele von jeglicher Sünde und jeglichem Fehler zu läutern, und um den Menschen in eine Einheit mit dem Vater zu bringen.

Das ist die Vergebung der Sünde, oder besser gesagt, die Folge der Vergebung. Wenn ein Mensch zum Vater um diese Verzeihung betet, so stellt Er sich nie taub, sondern sagt in Wirklichkeit: "Ich werde deine Sünden entfernen und dir meine Liebe geben. Ich werde das Gesetz über die Abgeltung nicht außer Kraft setzen oder ändern, sondern ich werde aus deiner Seele alles entfernen, was dieses Gesetz in Wirkung ruft. Dann wird es für dich sein, als ob das Gesetz nie bestanden hätte."

Ich weiß aus der persönlichen Erfahrung, dass diese Vergebung real ist und wirklich existiert. Wenn der Vater vergibt, verschwindet die Sünde, und nur die Liebe besteht. Und diese Liebe ist in ihrer Fülle die Erfüllung des Gesetzes.

Lass die Menschen also wissen, dass Gott die Sünden vergibt. Wenn er vergibt, verschwindet die Strafe. Und wenn sie verschwindet infolge der Vergebung, dann wird kein Gesetz Gottes geändert oder übertreten.

Das war die große Mission Jesu, als er auf die Erde kam. Bevor er diese große Wahrheit lehrte, wurde die Vergebung der Sünden nicht verstanden, nicht einmal von den Hebräischen Lehrern. Ihre Doktrin war vielmehr Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die Göttliche Liebe, wie ich Sie kläglich beschrieben habe, war unbekannt und wurde nicht gesucht - nur die Obhut und der Schutz und materielle Vorteile, die Gott den Hebräern geben konnte.

Die Göttliche Liebe, die in die Seele eines Menschen eintritt und von ihr Besitz ergreift, stellt die Neue Geburt dar. Ohne sie kann niemand das Reich Gottes sehen.

Mein lieber Sohn, ich habe dir eine lange und unvollkommenen Mitteilung geschrieben, aber sie enthält genug, damit die Menschen darüber nachdenken und meditieren. Wenn sie das tun und ihre Seelen dem Göttlichen Einfluss öffnen, werden sie wissen, dass Gott die Sünden vergeben und die Menschen von ihren Strafen befreien kann, sodass sie nicht den langen Zeitraum der Buße durchmachen müssen, den in ihrem natürlichen Zustand das Gesetz der Abgeltung immer verlangt.

Also, ohne weiter zu schreiben werde ich dir sagen, dass ich dich aus meinem ganzen Herzen und meiner Seele liebe, und ich bete zum Vater, dass er dir diese Große Liebe in Überfülle schenke.

Deine liebende Großmutter,

Ann Rollins

   

 


 

  

Das Gesetz über die Abgeltung

 

Ich bin hier, John Bunyan

Lass mich ein paar Zeilen schreiben.

Ich in sehr interessiert an dir und an deiner Arbeit, und ich möchte alles in meiner Macht tun, um dir zu helfen.

Ich habe die Botschaft deiner Großmutter gehört, und es handelt sich um eine schöne und aufmunternde Botschaft voll tiefer Wahrheiten, die dir sehr nützlich sein können, wenn du sie aufgreifst und anwendest.

Ich hatte meine Probleme, als ich auf Erden lebte, aber ich hatte nie die unterstützende Kraft der Göttlichen Liebe, von der ich spreche. Folglich lebte ich mein Leben so gut ich es eben konnte nur mit Hilfe meiner natürlichen Kräfte und einer fröhlichen Einstellung. Hätte ich diese Göttliche Liebe besessen, so weiß ich, ich hätte mir viele Stunden der Sorge erspart, und ich hätte viele Stunden des Glücks genossen, die mir versagt blieben.

Es scheint die Bestimmung oder das Schicksal der Sterblichen zu sein, Sorgen zu erleben. Wie jemand einmal gesagt hat: "Der Mensch ist dazu geboren, Sorgen zu haben". Aber das ist nicht ganz wahr, denn der Mensch schafft sich zu einem Großteil selbst seine eigenen Sorgen. Und wenn die Menschen das große Gesetz der Abgeltung kennenlernen, werden die Wahrheit dessen, was ich sage, verstehen.

Aber, Gott sei Dank, auch wenn der Mensch sich seine eigenen Sorgen schafft, und das Gesetz der Abgeltung unparteiisch wirkt, kann ihn der Liebevolle Vater immer noch von seinen Sorgen befreien und ihn glücklich machen. Und wenn Er das tut, dann möchte ich feststellen, dass das weitere Bestehen dieses Gesetzes nicht betroffen ist. Vielmehr ist dieses Gesetz einem höheren Gesetz untergeordnet, das bestimmt, dass das Gesetz über die Abgeltung, wenn keine Gründe bestehen, nichts vom Sterblichen einfordern kann. Wenn der Vater Seinen Kindern hilft, so sagt er nicht zu diesem geringeren Gesetz: "Du sollst diesem Kind keine Strafe abverlangen, dem ich helfen möchte". Vielmehr sagt Er zum Kind: "Empfange meine Liebe und meine Hilfe, und die Gründe für die Forderungen dieses geringeren Gesetzes werden aufhören zu bestehen".

Wenn die Sterblichen doch nur diese Wahrheit verstünden, glaubten sie nicht länger, dass der Vater Seinen Kindern nicht helfen kann. Sie sähen auch, dass es nicht notwendig ist, um diese Hilfe zu erhalten, das Gesetz über die Abgeltung beiseite zu schieben oder vorübergehend außer Kraft zu setzen in seiner Wirkung. Der Vater gewährt niemals einen speziellen Sündenablass, um den Sterblichen die Zahlung der Strafe durch dieses geringere Gesetz zu ersparen, sondern Er gibt Ihnen Seine Große Liebe. Und wenn sie diese Liebe besitzen, hören die Ursachen auf zu bestehen, die die Strafen durch das Gesetz der Abgeltung in Kraft setzen. Das Gesetz der Göttlichen Liebe ist das größte Gesetz. Es ersetzt jedes andere Gesetz in seinem Wirken auf die Seele und den Verstand der Sterblichen.

Nun gut, mein Freund, ich darf nicht mehr schreiben. So, mit meiner Liebe wünsche ich dir eine gute Nacht.

Dein Bruder in Christus,

John Bunyan

 

   


 

   

Das Gesetz der Abgeltung wird von seinem Wirkungsbereich entfernt, wenn die Göttliche Liebe die Seele in ausreichender Menge erfüllt

 

Ich bin hier, Deine wahre und treue Helen

Du hast geglaubt, ich könnte nicht die Ankündigung meines Kommens ändern, aber du musst wissen, dass ich alles tun kann, um dir eine Freude zu bereiten, mein lieber Ned.

Ja, das hast du, und ich war so glücklich. Nun, mein Liebling, ich muss dir sagen, dass ich sehr glücklich bin und sehr rasch fortschreite. Ich erwarte nicht, noch viel länger in dieser Sphäre zu bleiben, denn meine Liebe und mein Glaube sind so groß, dass ich spüre, näher zu Gottes Urquell in den Göttlichen Sphären gelangen zu müssen. Hört sich das nicht wie ein Märchen an? Aber es ist alles wahr, und ich bin so glücklich.

Ich werde bald bei dir sein mit einem langen Brief, in dem ich dir von dieser Großen Liebe erzähle, und wie sehr ich Gott und dich liebe.

Du schreitest auch fort. Du magst das vielleicht nicht merken, aber es ist wahr. Und wenn du jetzt herüber kämest, wärst du überrascht, dich in einer hohen Sphäre wiederzufinden. Ich weiß, was du fühlst, aber du musst mir glauben, dass ich deinen spirituellen Zustand besser sehen kann als du.

Wenn du diese Große Liebe in genügender Menge in deinem Herzen empfängst, - und du hast jetzt viel davon - werden deine Sünden ausgelöscht. Das ist das Gesetz der Regeneration. Andernfalls wäre der Mensch, der weiterhin ohne diese Liebe lebt, und der Mensch, der Sie empfängt, in derselben Situation, und die Neue Geburt hätte keine Bedeutung. Glaube also nicht, dass diese Große Liebe nicht genügt, um die Seele von den Folgen der Sünden des Erdenlebens zu läutern. Und das beste von allem ist, Sie reinigt die Seele, während du noch ein Sterblicher bist.

Ich weiß, dass die Spiritualisten das Gesetz der Wiedergutmachung oder Abgeltung zitieren und verkünden, aber es gibt ein höherwertiges Gesetz, das jenes Gesetz annulliert. Und wenn die Liebe - diese Göttliche Liebe - in die Seele eines Sterblichen eintritt, wird das Gesetz über die Abgeltung aus seinem Wirkungsbereich entfernt; denn die Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes. Dieser Stolperstein sollte dich also nicht zum Glauben verleiten, dass diese Große Liebe ungenügend wäre, alle Sünden und Fehler zu beseitigen und seine Seele zu läutern, sodass du geeignet wirst, im Reiche des Vaters zu leben und eine Einheit mit Ihm zu werden.

Nein, die Liebe ist für den ärgsten Sünder; und niemand kann sich durch einen einfachen Akt der Wiedergutmachung für das Einfließen dieser Göttlichen Liebe geeignet machen. Sie wartet auf den Sünder genauso wie auf den Heiligen. Und auch wenn deine Sünden scharlachrot sein mögen, sie werden weiß wie Wolle werden. Ich meine damit, du musst nicht warten, bis du Sterblichen gegenüber eine Wiedergutmachung geleistet hast, bevor diese Große Liebe ihr läuterndes Werk vollbringen kann. Denn was wäre sonst der Nutzen, dass dem Mensch diese Große Liebe zur Verfügung gestellt wurde? Wenn er sich zuerst selbst läutern muss, worin besteht dann die Notwendigkeit des Wirkens des Heiligen Geistes?

Bete nur um diese Liebe und glaube, und du wirst Sie erhalten. Gott ist der Richter darüber, was er Mensch tun soll, um Gerechtigkeit zu üben und Wiedergutmachung zu leisten. Und wenn Er sagt, dass diese Göttliche Liebe mit all Ihrer reinigenden Kraft für den Sünder bestimmt ist, der Sie im wahren Glauben sucht, wer hat dann das Recht zu sagen, dass der Sünder zuerst das tun muss, was der Mensch vielleicht für Gerechtigkeit zwischen ihm und seinem Nächsten hält? Ich weiß, wovon ich spreche, denn die Erfahrung vieler spiritueller Wesen, die durch diese Liebe erlöst worden sind, zeigt, dass sie Sünder waren und nicht alles "auf Heller und Pfennig" beglichen hatten, als sie diese Liebe erhielten. Gott ist der Richter, nicht die Sterblichen oder spirituellen Wesen.

Also, mein lieber Ned, lass es nicht zu, dass die Idee, jedem das zugestehen zu müssen, worauf er, wie du glaubst, ein Recht hat, dich abhält, an die Barmherzigkeit und die Liebe des Vaters zu glauben.

O, wie wünschte ich doch, ein wenig in meiner körperlichen Form bei dir sein zu können, und dir von Angesicht zu Angesicht zu sagen, was diese Große Liebe Gottes für dich, für mich und für uns alle bedeutet!

Also, mein Liebling, glaube mir, wenn ich sage, dass die Liebe des Vaters genügt, auch wenn du ein großer Sünder bist, um all jene Sünden zu entfernen, sobald du Sie empfängst. So lautet das Gesetz dieser Großen Liebe.

Glaube und Gebet können das Herz selbst der Göttlichen Sphären öffnen, und die Liebe wird herunterfließen in deine Seele, wie die Schneelawine, die die Wärme der hellen Sonnenstrahlen fühlt, von der Bergeshöhe herunterdonnert, wenn der Winter mit seiner frostigen Schwermut und seinem eisigen Atem einer anderen Jahreszeit weicht.

Liebe ist nicht nur Wärme sondern das Entflammen selbst des großen Lagerhauses der Göttlichen Essenz des Vaters in der Seele.

Ich besitze diese Liebe nicht nur in einem hohen Ausmaß, sondern ich bin mir auch bewusst, dass in dem Maße, wie ich zu höheren Sphären fortschreite, eine größere Menge dieser Liebe auf mich wartet, um meine Seele mit ihrem großen, nie erlöschenden Feuer zu erfüllen, das ewig brennt - aber ein Brennen, das so großartig ist und frei von allem, was unglücklich und unzufrieden macht.

So, mein geliebter Ned, liebe mich, so wie ich dich liebe, und wir beide werden so glücklich sein, dass der Himmel bei uns und in uns sein wird, sogar wenn wir uns in der irdischen Umgebung schreiben.

Deine Dich liebende

Helen

 

 


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