Offenbarungen der Engel der Göttlichen Wahrheit - Jesus offenbart erneut das Evangelium


 

Kapitel 5

Die wahre Natur Gottes, des Himmlischen Vaters

 

 

Botschaften in diesem Kapitel:

Wer oder Was ist Gott (Jesus)

Wer oder Was ist Gott (Ann Rollins)

Ann Rollins über Gott, Fortsetzung.

Der Vater von Herrn Padgett bekräftigt, dass Ann Rollins über das Thema "Wer oder Was ist Gott" schrieb

Joseph H. Salyards schreibt über seine Kenntnis und Seelenwahrnehmung betreffend "Wer oder Was ist Gott". Er erklärt, dass Gott eine Persönlichkeit besitzt.

Jesus bestätigt die Botschaft des Professors über die Persönlichkeit Gottes und die Notwendigkeit, die Seelenwahrnehmungen zu entwickeln, um Gottes Persönlichkeit erkennen zu können.

Lukas fügt sein Zeugnis über "Wer oder Was ist Gott" hinzu. Er bestätigt ebenfalls, dass Gott eine Persönlichkeit besitzt.

Stephanus erklärt, dass Gott sieht, hört und kennt, was die Menschen und spirituellen Wesen denken.

Johannes bekräftigt, dass Gott auf die Gebete antwortet. Er diskutiert die Bedeutung des Gebetes, damit die Seele entwickelt werden kann, und große Werke folgen mögen.

Johannes erzählt, wie Gebete um materielle Güter beantwortet werden. Er offenbart, dass das Wunder der Brote und Fische nie geschah.

 

 

 


 

 

Die wahre Natur Gottes, des Himmlischen Vaters

 

 

 

Wer oder Was ist Gott

 

Ich bin hier, Jesus.

Ich war bei dir, als du betetest, und habe mich deinem Gebet zum Vater für das Einfließen Seiner Großen Liebe in deine Seele in großer Fülle angeschlossen; und Ich weiß, dass Sein Heiliger Geist anwesend ist, dass Seine Liebe in deine Seele fließt, und dass du in Einheit mit dem Vater kommst. Seine Liebe wird immer zu dir kommen, wenn du betest, wie du das heute Nacht getan hast, und Sein lauschendes Ohr ist immer offen für die ernsten Bestrebungen Seiner Kinder, die zu Ihm mit der wahren Sehnsucht der Seele kommen. Du kennst das Geheimnis, die Liebe des Vaters zu erreichen, und immer wenn du fühlst, dass du jene Liebe brauchst oder eine Nähe zum Vater ersehnst, wende das Geheimnis an, und du wirst nicht enttäuscht werden.

Du bist heute Nacht in einem besseren Zustand in deiner Seelenentwicklung und -wahrnehmungen, und kannst meine Botschaft empfangen, die ich dir schon einige Zeit mitteilen wollte. Ich wartete nur darauf, bis du in einer vollkommenen Verbindung mit mir wärest.

Nun, du wirst dich erinnern, dass ich in den frühen Phasen unser Schriften dir meine Kenntnis und Vorstellung über Wer und was Gott ist mitgeteilt habe, und dass ich dir vor Kurzem erzählt habe zu wünschen, die Botschaft neu zu schreiben, weil dein Zustand jetzt so viel besser sei, um diese Wahrheiten zu empfangen, als er es war, wann die Botschaft geschrieben wurde. Und so werde ich heute Nacht die Botschaft übermitteln, und ich werde von deinem Gehirn vollständiger Besitz ergreifen und deine Hand kontrollieren, als ich das damals konnte.

Also, die Frage lautet: "Wer und was ist Gott?"

Bei der Behandlung dieser Frage musst du dir klar sein, dass es nicht so leicht ist, die Essenz und Eigenschaften Gottes in einer Sprache zu behandeln, die Sterbliche verstehen können. Und ich fühle die Beschränkungen, denen ich unterworfen bin beim Versuch, dir eine befriedigende Beschreibung des einzigen und wahren Gottes zu geben, nicht wegen des Mangels an Kenntnis und Vorstellung meinerseits, sondern wegen der Tatsache, dass du nicht die erforderliche Seelenentwicklung besitzt, die es mir ermöglichen würde, die nötige Verbindung mit dir herzustellen, damit die exakte Wahrheit in Bezug auf Wer der Vater ist durch dein Gehirn ausgedrückt werden kann.

Also, um zu beginnen, Gott ist Seele, und Seele ist Gott. Nicht die Seele, die sich im erschaffenen Menschen befindet, sondern die Seele, die Gottheit und selbst- existierend ist, ohne Anfang oder Ende, und Deren Wesenseinheit die eine große Tatsache im Universum des Seins ist.

Gott hat nicht die Gestalt, wie sie sich der Mensch zu fast allen Zeiten ausgedacht hat, und besonders jene, die an die Bibel der Hebräer glauben und auch an die der Christen. Trotzdem aber besitzt er eine Gestalt, die nur die Seelenwahrnehmungen eines Menschen als eine Wesenseinheit erkennen und vernehmen kann, der zu einem gewissen Entwicklungsgrad gelangt ist (jemand, der die Göttliche Natur des Vaters angenommen hat und so zu einem Teil der Seele Gottes geworden ist). Es gibt nichts in der gesamten Natur, mit der die Menschen vertraut sind oder sie kennen, was verwendet werden kann, um einen Vergleich mit dieser Großen Seele anzustellen, nicht einmal mit den spirituellen Wahrnehmungen. Deswegen ist es falsch, wenn die Menschen sich Gottes so vorstellen, dass er eine Gestalt habe, die irgendwie der des Menschen ähnlich sei; nur diejenigen, die den anthropomorphen Gott in ihrem Glauben und ihren Lehren leugnen, liegen richtig.

Nichtsdestoweniger hat Gott eine Gestalt, die ihm eine Wesenseinheit, Substanz und Wohnsitz gibt, im Gegensatz zu dem Gott, von dem gesagt wird (in den Lehren einiger Menschen), dass er überall sei in dieser Substanz und Wesenseinheit -- in den Bäumen und Felsen, in Donner und Blitz, in den Menschen und Tieren, in allem, was erschaffen wurde, und in Dem die Menschen angeblich leben und sich bewegen und ihr Sein haben. Nein, diese Vorstellung Gottes stimmt nicht mit der Wahrheit überein, und es ist lebenswichtig für die Kenntnis und Rettung der Menschen, dass diese Vorstellung über Gott nicht gehegt und geglaubt wird.

Zu glauben, dass Gott keine Gestalt haben, bedeutet zu glauben, dass Er eine reine Kraft oder ein Prinzip oder eine nebulöse Macht sei und, wie einige sagen, das Ergebnis von Gesetzen. Es ist jedoch eine Tatsache, dass Gott diese Gesetze festgelegt hat, um Sein Universum der Schöpfung zu kontrollieren, und sie werden den Menschen bewusst und offenbar durch dieselben Kräfte und Prinzipien, die sie, bis zu einem gewissen Grad, verstehen können.

Das Kind fragte: "Wer hat denn Gott erschaffen?", und weil die weisen Menschen diese Frage nicht beantworten können, ziehen sie daraus in ihrer "Weisheit" den Schluss und behaupten, dass es keinen echten Gott mit einer Persönlichkeit oder Seelengestalt geben könne; daher können nur Kraft, Prinzip oder entfaltete Gesetze Gott sein. In ihrer eigenen Selbstüberschätzung denken sie, die Frage gelöst zu haben. Aber das Kind ist vielleicht nicht zufrieden mit der Antwort und fragt die weisen Menschen: "Wer hat dann die Prinzipien und die Kraft und Gesetze erschaffen, die als der einzige Gott anerkannt werden müssen?", und dann können die weisen Menschen nicht antworten, außer sie erwidern: "Gott"-was sie nicht glauben, aber was, nebenbei gesagt, die einzig wahre Antwort ist.

Gott steht hinter der Kraft, dem Prinzip und dem Gesetz, die allesamt nur der Ausdruck Seiner Existenz sind, und die ohne Ihn nicht bestehen könnten. Diese Ausdrücke sind nur Daseinsformen; veränderlich, abhängig und dem Willen Gottes unterworfen, Der, einzig, das Sein ist.

Gott ist also Seele. Und diese Seele hat Ihre Gestalt, die nur von Ihr selbst wahrgenommen werden kann oder von der (Seele) des Menschen, welcher auf Grund eines ausreichenden Besitzes der eigentlichen Substanz der Großen Seele wie Gott geworden ist - nicht nur im Abbild, sondern in der eigentlichen Essenz. Wir spirituellen Wesen des höchsten Seelenfortschritts können Gott und Seine Gestalt durch unsere Seelenwahrnehmungen sehen. Aber hier verwende ich die Worte "sehen" und "Gestalt", weil sie die einzigen Wörter sind, die ich gebrauchen kann, um Sterblichen eine vergleichsweise Vorstellung dessen zu geben, was ich versuche zu beschreiben.

Wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass Sterbliche kaum in der Lage sind, sich die Gestalt des spirituellen Körpers des Menschen auszumalen, der aus der Materie des Universum zusammengesetzt ist oder geformt wird (obwohl normalerweise nicht anerkannt wird, dass er aus Materie besteht), kann man leicht ersehen, dass es mir schwerlich möglich ist, ihnen auch nur die leiseste Idee der Seelengestalt Gottes nahezubringen, die daraus zusammengesetzt ist, was rein spirituell ist - das heißt, nicht aus Materie, wenn sie auch in höchstem Grade sublimiert wäre.

Und obwohl ich den Menschen nicht jene Gestalt beschreiben kann, woraus sie sich eine Vorstellung der Seelengestalt zusammenklauben könnten wegen der erwähnten Beschränkungen (weil eben jene Gestalt nur mit den Augen der Seele gesehen werden kann, und diese Art Augen besitzen die Menschen nicht), darf man nicht meinen, dass sie deswegen, weil die Menschen die Wahrheit der Seelengestalt nicht verstehen oder wahrnehmen können, keine Wahrheit sei. Wenn auch eine Wahrheit nicht von den Menschen, spirituellen Wesen oder Engeln verstanden oder wahrgenommen werden kann, bleibt sie doch eine Wahrheit; ihre Existenz hängt nicht davon ab, bekannt zu sein. Und sogar wenn alle Sterblichen der Erde und all die spirituellen Wesen und Engel des Himmel, außer einem, die Existenz dieser Wahrheit nicht wahrnehmen können, wird dennoch ihre Existenz durch die Erkenntnis des Einen unwiderlegbar bewiesen.

Aber wie ich gesagt habe, die Wahrheit über Gottes Gestalt - die Seelengestalt - kann von mehr als einem Göttlichen spirituellen Wesen, die von Menschen stammen, die einst auf der Erde lebten, bestätigt werden. Und wie ich versuchte zu erläutern, die Möglichkeit liegt bei den Sterblichen (des gegenwärtigen Lebens und in der großen Zukunft), Gott zu erkennen, wenn ihre Seelen von der Göttlichen Substanz der Liebe des Vaters in ausreichender Menge erfüllt worden sind.

Die erschaffene Seele des Menschen besitzt ihre Gestalt - sie wurde nach dem Abbild Gottes hergestellt; dennoch kann der Mensch diese Gestalt nicht sehen, obwohl das eine Tatsache ist und von vielen in den spirituellen Reichen bezeugt werden kann.

Und hier muss ich die Bemerkung machen, wenn wir in unseren Botschaften von Gott als ohne Gestalt sprechen, meinen wir eine Gestalt, wie sie die Menschen besitzen oder denken, dass sie sie sich vorstellen können; und unsere Aussage darf nicht als in Widerspruch gewertet werden zu dem, was ich versuchte, als Gestalt Gottes zu erklären.

Nun, zusätzlich zur Gestalt hat Gott eine Persönlichkeit; und diese drückt sich aus und offenbart sich dem Menschen durch gewisse Eigenschaften, die im Universum für den Menschen vernehmbar bestehen. Aber für einige Philosophen und Wissenschaftler und Gelehrte sind diese Eigenschaften ihr unpersönlicher Gott selbst; und der einzige Gott für sie. Sie machen aus dem Geschaffenen den Schöpfer, und werden sich nicht bewusst, dass hinter dem Ausdruck die Ursache stehen muss; und dass dasjenige größer als die Eigenschaft sein muss, woher der Ausdruck der Eigenschaft projiziert wird, oder wie sie das lieber sagen, evolutioniert wird.

Und hier möchte ich, der ich das Wissen habe, sagen, dass diese geoffenbarten Eigenschaften, Kräfte oder Mächte und Prinzipien und Gesetze und Ausdrücke alle zusammengenommen nicht Gott ausmachen. Seine Eigenschaften oder Ausdrücke, die sich Sterblichen oder spirituellen Wesen offenbaren, sind nur die Folgen oder Auswirkungen der Arbeitsweise Seines Geistes, und dieser Geist ist nur die aktive Energie Seiner Seele - von Ihm selbst. Und deswegen ist die Gestalt Gottes nicht über das gesamte Universum der Schöpfung verteilt, wo sich Seine Eigenschaften befinden mögen, oder einfach weil diese Eigenschaften überall anzutreffen sind.

Nein, so wie Moses vom Alten Testament feststellte, und wie ich sagte, als ich auf Erden lebte, Gott ist in Seinen Himmeln. Und wenngleich es überraschend und erschreckend sein mag für die Sterblichen zu hören, Gott hat Seinen Wohnsitz; und Gott, die Substanz, die aus Sich Selbst bestehende Seelengestalt, hat Ihre Lokalität. Und die Menschen leben nicht und bewegen sich nicht und haben nicht ihr Dasein in Gott, sondern nur in seinen Ausstrahlungen, Ausdrücken und in Seinem Geist. Nachdem du etwas erschöpft bist, glaube ich, das ist eine gute Stelle, um aufzuhören.

Ich bin angenehm berührt, dass du in einem so guten Zustand bist. Sei also vorbereitet auf eine baldige Wiederaufnahme der Botschaft.

Mit meiner Liebe und meinem Segen, wünsche ich dir eine gute Nacht.

Dein Bruder und Freund,

Jesus.

  


 

 

Wer und was ist Gott?

 

Ich bin hier, Deine Großmutter. (Ann Rollins)

Nun gut, mein Sohn, ich komme heute Nacht, wie ich versprochen habe, um dir einen Brief zu schreiben, in dem ich dir von einer gewissen spirituellen Wahrheit erzähle, von der ich möchte, dass du sie kennst.

Ich lebe jetzt in der Dritten Göttlichen Sphäre, wie ich dir bereits gesagt habe, und befinde mich nun in einem viel erhabeneren Wissenstand über spirituelle Wahrheiten als je zuvor, und mir ist eine spirituelle Einsicht eröffnet worden, die mein Verständnis der Wahrheit und der Vorkehrungen des Vaters für die Seligkeit und die Rettung Seiner Kinder außerordentlich vertieft.

Ich weiß jetzt besser als je zuvor, dass Er ein realer, existierender Gott der Liebe, Macht und Weisheit ist, und dass der Zorn, so wie es in der Bibel gelehrt wird, keinen Teil seines Wesens bildet; und dass Er nur Liebe, Sorge und Sympathie für Seine Kinder auf Erden und auch in der spirituellen Welt verspürt.

Er ist kein Gott, der weit fort auf die Ankunft des "großen Tages des Gerichtes" wartet, um Seinen Kindern Anerkennung auszusprechen, oder sie zu verdammen je nach ihren Taten, die sie auf Erden vollbrachten, sondern Er ist bei allen Menschen und spirituellen Wesen in einer Weise, dass Sein liebevoller und fürsorglicher Einfluss von ihnen verspürt werden kann, wenn sie sich nur in jenen Zustand der Empfänglichkeit der Seele versetzen, dass der Einfluss gefühlt werden kann; denn wie wir vorher gesagt haben, die Beziehung und Nähe Gottes zum Menschen hängt vom Willen und den Wünschen des Menschen selbst in einem hohen Maße ab.

Gott ist nicht bei den Menschen in Seiner Persönlichkeit, wie man das nennen kann, und wie das von den Bibellehrern und Weltreligionen gelehrt wird. Und die Menschen leben nicht und bewegen sich nicht und haben nicht ihr Dasein in Ihm, wie Paulus schrieb; denn Seine Persönlichkeit hat einen Ort, der nicht überall ist sondern in den hohen Himmeln.

Ich weiß, dass vielen Personen das erschreckend vorkommen wird, orthodoxen und anderen, und dass das ihnen offenbar den Trost nimmt zu glauben und zu fühlen, dass Gott bei ihnen und in ihnen sei; aber nichtsdestoweniger ist es wahr, was ich sage.

Er ist nicht in ihnen oder in der Natur (wie einige der Wissenschaftler sagen, die an Gott glauben). Er ist nicht in jeder Blume oder jedem Baum oder anderen Manifestation Seiner Schöpfung; und was Seine Persönlichkeit anbetrifft, ist Er nicht allgegenwärtig, wenngleich Er Kenntnis von allem besitzt, was Er erschaffen hat. Ich sage "was Er erschaffen hat", weil es da so einiges gibt, was dem Menschen wie ein Teil der Wirklichkeit des Universums vorkommt, was Er nicht erschuf sondern der Mensch allein. Und für diese Dinge empfindet er keine Liebe und heißt sie nicht gut oder fördert ihr Bestehen; am Ende werden sie alle vom Antlitz Seines Universums weggefegt werden.

Und wenn ich sage, dass Gott in Seiner Persönlichkeit nicht überall ist und nicht jederzeit bei den Menschen, um einen Teil ihres Daseins zu bilden, meine ich damit nicht, dass sie verstehen sollen, Er sei nicht der Liebende, Behütende Vater, der versucht, sie glücklich zu machen und von den Folgen ihrer eigenen, zahlreichen Missetaten zu retten, denn dieser Schluss wäre nicht richtig. Und wenn ich sage, dass Er nicht bei den Menschen in dieser Persönlichkeit sei, so ist Er dennoch bei ihnen im Sinne und in der Wahrheit, dass Seine Eigenschaften der Liebe, Weisheit, Kenntnis und Macht immer bei ihnen verweilen.

Das Leben strömt von Gott aus, aber das Leben ist nicht Gott; es ist nur eine Seiner Eigenschaften, die auf die Gegenstände seiner Schöpfung übertragen wird, damit sie leben und wachsen und den Zweck ihrer Schöpfung erfüllen können. Und wenn dieser Zweck erfüllt worden ist, entzieht Er diese Eigenschaft des Lebens, und die Menschen können diese Tatsache beobachten. Gott, Selbst, hat nicht aufgehört, einen Teil jenes Gegenstandes zu bilden, denn Er stellte nie einen Teil davon dar; sondern nur diese Eigenschaft des Leben hat aufgehört, ein Teil des Gegenstandes zu sein.

Gott ist die Quelle und der Ursprung allen Lebens. Aber das Leben ist bloß eines seiner Geschöpfe, wie wir sagen, so wie der Mensch oder anderes, was die Sterblichen Materie nennen.

Der Mensch lebt nicht und bewegt sich nicht und hat nicht sein Dasein in Gott, sondern bloß in den Eigenschaften Gottes. Du siehst also, all diese Eigenschaften zusammen bedeuten nicht Gott, denn Er ist eine Persönlichkeit, woher alle die Eigenschaften fließen.

Ich weiß, es ist schwierig für dich, den vollen Sinn dessen zu verstehen, was ich versuche dir zu übermitteln, aber du kannst die Bedeutung zum Teil erfassen.

Die Liebe ist eine größere Eigenschaft sogar als das Leben. Aber die Liebe ist nicht Gott, genauso wie die Liebe nicht der Mensch ist, obwohl sie seinen größten Besitz darstellt, wenn sie in Reinheit vorliegt. Und so wie der Mensch viele Eigenschaften hat, die alle zusammen nicht den Menschen ausmachen, so hat auch Gott viele Eigenschaften, sie sind jedoch nur ein Teil seines Wesens und nicht Seine Wesenseinheit.

Der Mensch besitzt einen physischen Körper und einen Verstand, dennoch machen sie nicht den Menschen aus, denn er kann beides verlieren und bleibt immer noch ein Mensch oder spirituelles Wesen; das heißt, das Ego oder die Seele ist der wahre Mensch -- die Persönlichkeit. Und all die wunderbaren Teile des Menschen, so wie der Verstand, die Gefühle, Wünsche und der Wille, stammen bloß von ihm. Und wenn er eines von ihnen beraubt würde, bliebe er immer noch ein Mensch, wenn auch nicht der vollkommene Mensch, wie wenn sie alle bei ihm wären, und ihre Funktionen richtig ausüben. Der Mensch ist so erschaffen, dass, wenn er nicht diese Qualitäten besitzt, die ihm bei seiner Schöpfung als Teil seiner Selbst gegeben wurden, und die nötig sind, um ihn zum vollkommenen Geschöpf zu machen, das er war, er eben nicht der perfekte Mensch ist, als den Gott ihn bestimmte. Und bis diese Qualitäten voll wiederhergestellt sind oder von ihm wiedergewonnen werden, wird er nicht der Mensch sein, der das größte Werk das Allmächtigen war.

Gott ist nicht Gott, weil er Qualitäten hat, sondern diese Qualitäten bestehen, weil sie die Eigenschaften Gottes sind. Er verliert sie niemals, sie werden auch nie verborgen oder hören auf zu wirken, sondern sie bestehen immerfort und wirken und gehorchen Seinem Sein.

Gott ist Seele, und Seele ist Gott. Und in dieser Seele ist Gottes Persönlichkeit und Leben - ohne Gestalt, aber wirklich und existent, und daraus fließen all diese Eigenschaften des Lebens und der Liebe, usw., von denen ich gesprochen habe. Gott ist Geist, aber der Geist ist nicht Gott. Der Geist ist nur eine von Gottes Qualitäten.

Ich schreibe dies nur, um dir eine zusätzliche Vorstellung über Wer und Was Gott ist zu geben, und um dir zu zeigen, dass Er ist nicht im Menschen wohnt, und dass auch der Mensch nicht sein Dasein in Gott hat. Und um dir weiter zu zeigen, dass Gott nicht am selben Ort lebt, und auch nicht leben könnte, mit jenem, was nicht in Übereinstimmung mit Seinem Wesen und Seinen Qualitäten steht, wäre Er im Menschen oder der Mensch in Ihm, dann gäbe es keine Sünde oder Irrtum oder etwas, was Seine Gesetze verletzt.

Ich muss jetzt aufhören, aber ich werde bald wiederkommen und meine Botschaft beenden.

Mit all meiner Liebe bin ich,

Deine Großmutter.

  


 

 

Wer und was ist Gott? -- Fortsetzung.

 

Ich bin hier, Deine Großmutter. Ich komme, um meinen Diskurs fortzuführen, wenn du denkst, dass du in der Lage bist, denselben zu empfangen. Gut, versuchen wir es also. Wenn ich merke, dass es nicht geht, setzen wir später fort.

Wie ich vorher sagte, Gott ist nicht im Menschen oder im Materiellen was Seine Persönlichkeit anbetrifft; sondern nur jene Eigenschaften, die die Menschen im Allgemeinen, aber fälschlicherweise, als Gott Selbst betrachten, werden im Materiellen manifestiert.

Wie ich gesagt habe, Gott ist nicht der Schöpfer von allem, was eine Existenz zu haben scheint, denn vieles, was das Verhalten der Menschen regelt und bestimmt, ist zur Gänze eine Schöpfung des Menschen und nicht in Harmonie mit den Gesetzen Gottes oder mit Seinem Willen. Wenn somit bemerkt wird, dass böse Gedanken, Wünsche und Vorstellungen in den Seelen und dem Verstand der Menschen bestehen, die sich nicht in Harmonie mit Gottes Schöpfung befinden, dann kannst du leicht sehen, dass Gott nicht in solchen Seelen und diesem Verstand sein kann und auch wirklich nicht ist, ebenso wenig seine Eigenschaften.

Wie in einem Gesetz der physischen Philosophie festgestellt wird, können zwei Sachen nicht zur gleichen Zeit denselben Ort einnehmen. Was die spirituelle Philosophie anbelangt, können wir sagen, dass zwei Dinge nicht dieselbe Seele oder denselben Verstand einnehmen können, speziell wenn sie entgegengesetzt sind oder einander in ihren Qualitäten oder Grundzügen widersprechen. Erst wenn das eine seinen Platz aufgibt, kann das andere ihn einnehmen. Und das trifft genau zu auf die Geschöpfe Gottes und die Geschöpfe des Menschen, weil sie immer und unter allen Umständen einander entgegengesetzt sind. (In einer anderen Botschaften wird erklärt, dass der Mensch mit Gott harmonisch als Mitschöpfer arbeiten kann und tatsächlich arbeitet - ed.)

Wenn ich von den Geschöpfen Gottes spreche, muss man verstehen, dass ich damit nicht Gott Selbst einschließe; denn Er, als der Schöpfer, ist ganz verschieden von Seinen Schöpfungen. Und während Seine Geschöpfe, oder gewisse Seiner Eigenschaften, eine Herberge und Wohnstätte in den Seelen und dem Verstand der Menschen finden können und im Dasein von Materiellen Dingen, findet Er (Gott) dort nie sein Zuhause, und er ist nie ein Teil jenes Daseins. Er ist so verschieden von Seinen Geschöpfen -- oder wahrscheinlich besser, von Seinen Eigenen Ausstrahlungen - wie die Gedanken und Wünsche des Menschen verschieden sind vom Menschen selbst.

Gott lebt in Seinen Himmeln. Und diese Himmel befinden sich an einem Ort, geradeso wie die verschiedenen Sphären der spirituellen Welt, in der die spirituelle Wesen ihr Zuhause finden, Orte einnehmen. Und Gottes Ort ist weit weit jenseits der höchsten Göttlichen Sphären, die dem höchsten spirituellen Wesen bekannt sind, und wohin die spirituellen Wesen immer fortschreiten. Und wie sie fortschreiten, kommen sie immer näher und in engeren Kontakt mit den Eigenschaften Gottes, die ständig von Ihm ausströmen.

Sogar Jesus, der, wie du ja weißt, das leuchtendste aller spiritueller Wesen ist, und der mehr dieser Eigenschaften des Vaters sein Eigen nennt als irgendeine anderes spirituelles Wesen, hat niemals Gott gesehen, außer durch seine Seelenwahrnehmungen; er hat auch nie bemerkt, dass Gott in ihm sei oder einen Teil von ihm darstelle. Die Menschen sind im Irrtum und getäuscht, wenn sie sagen oder glauben, dass Gott in ihnen sei, oder dass sie in Ihm leben, sich bewegen und ihr Dasein haben!

Wenn man das als wahr annimmt, dann kann Gott nur eine Art nebulöses Etwas sein, unbeständig wie die Luft; und wie viele der Spiritualisten sagen, nur eine Kraft, die das ganze Universum durchzieht und sich in vielen und unendlich kleinen Manifestationen offenbart; heute noch gesehen und gefühlt, morgen aber ohne Existenz; ein "Etwas" weniger substantiell als der Mensch, zur gleichen Zeit schwach und Mächtig - ein Widerspruch jenseits jeder Vorstellung oder Erklärung!

Das ist nicht Gott. All diese Manifestationen sind der bloße Beweis der Existenz eines substanziellen und, so kann ich sagen, niemals sich ändernden, aus sich selbst bestehenden Seins, das nicht das Produkt der menschlichen Phantasie oder der menschlichen Bedürfnisse und Wünsche ist, sondern der Schöpfer von allem - sogar jener gelehrten Menschen, die sich keinen Gott vorstellen können außer der Natur (der bloßen Schöpfung Seines Seins, Seiner Weisheit und Macht).

Wenn der menschliche Verstand sich selbst überlassen wird - das heißt, seiner eigenen Evolution, wie eure Wissenschaftler sagen, und nicht von den Offenbarungen spiritueller Wahrheiten oder den Anregungen spiritueller Wesen beeinflusst wird, die zu in der Kenntnis dessen fortgeschritten sind, was jenseits der Materie liegt - dann hat er sich nicht viel verbessert seit den Tagen, als die Menschen als Anbeter der Sonne, heiliger Katzen und Stiere und Elefanten, der Stürme und von Donner und Blitz. Man nahm an, dass Gott sich in all diesen Manifestationen befände, immanent und wirklich, und besänftigt oder geliebt werden sollte, so wie es gerade notwendig war. Heute ist Gott für eure zivilisierten Nationen und gelehrten Menschen, die keinen Gott im Spirituellen sehen können, die Gesamtheit dieser materiellen Sachen, die angebetet werden müssen, wenn sie das überhaupt tun.

Gott ist für sie die Natur. So liegt also die einzige Verbesserung in ihrer geistigen Haltung in Vergleich zu den Anbetern von Sonne und Tieren usw., die ich erwähnt habe, wenn es überhaupt eine Verbesserung gibt, dass sie nicht zufrieden damit sind, Gott in einer einzelnen Manifestation zu sehen, sondern sie müssen eine Kombination all jener Manifestationen sehen, die sie Natur nennen. Du siehst also, es besteht nur ein gradueller Unterschied. Der Wissenschaftler von heutzutage, der sich weigert, irgendeinen Gott anzuerkennen, der von einer spirituellen Natur sei, ist das genaue Gegenstück seines sogenannten "barbarischen" Bruders, der Ihn nur in der Sonne usw. sehen konnte, außer das ersterer einen größeren Gott verlangt, der in der niedrigsten Form des mineralischen Daseins als auch in der höchsten Form der solaren Pracht und sogar im Menschen zuhause sein muss (denn für einige ist der Mensch ist sein eigener und einziger Gott).

Es ist fraglich, ob diese Gelehrten nicht beschränkter in ihrer Vorstellung und Annahme eines Gottes sind, als es die früheren, unzivilisierten Brüder waren, denn viele der letzteren sahen jenseits und hinter ihrem Sonnengott (und Donnergott usw.) einen anderen und größeren Gott, Den sie nicht wahrnehmen aber fühlen konnten, und bemerkten Seine Existenz in ihrer Seele.

Aber die Gelehrten der Zivilisationen haben ihren Intellekt so entwickelt, dass sie ihre Seelenwahrnehmungen verloren haben. Kein Gott kann jenseits des Horizonts ihrer intellektuellen Wahrnehmungen existieren; weil sie glauben, die Natur zu kennen, sei die Natur die gesamte Schöpfung, und es kann keinen anderen Gott geben als die Natur. Was für ein schrecklicher Fehler!

Gott ist also, wie ich gesagt habe, ein Sein -- eine Seele - mit einer Persönlichkeit, die einen Ort einnimmt hoch oben im Himmel und wohin alle spirituellen Wesen der Göttlichen und viele der Spirituellen Sphären streben, um Ihm immer näher zu kommen; und in dem Maße, wie sie sich nähern, nehmen sie wahr und erkennen sie, wie die Liebe und das Leben und das Licht in Stärke wachsen, die aus dem Urquell dieser Eigenschaften der Vollkommenheit strömen.

Und so wiederhole ich, Gott ist nicht im Menschen oder im Tier, in der Pflanze oder im Mineral, sondern nur Seine Eigenschaften, so wie er die Notwendigkeit ihres Wirkens erachtet. Und der Mensch lebt nicht und bewegt sich nicht und hat nicht sein Dasein in Gott.

Nun, mein Sohn, auf meine unvollkommene Weise habe ich dir eine schwache Idee von Wer und Was Gott ist gegeben. In ihrem Gehalt sind meine Erklärungen die Zusammenfassung des Wissens der Göttlichen spirituellen Wesen, deren Kenntnis sich auf der Wahrheiten gründet, die kein Sterblicher, oder alle Sterblichen zusammen, womöglich mit ihrem begrenzten Verstand erkennen können.

Ich denke, du hast meine Ideen und Worte ganz richtig empfangen, und ich hoffe, die Wahrheiten, die ich geschrieben habe, mögen sich als nützlich für die gesamte Menschheit erweisen.

Ich bin sehr glücklich und werde bald wiederkommen und dir einige andere Wahrheiten schreiben, die dich interessieren könnten.

Ich muss jetzt Schluss machen. Mit all meiner Liebe und meinem Segen, bin ich

Deine dich liebende Großmutter,

Ann Rollins.

  


 

 

Der Vater von Herrn Padgett bekräftigt, dass Ann Rollins über das Thema "Wer oder Was ist Gott" schrieb.

 

Ich bin hier, Dein Vater.

Ich habe der Botschaft deiner Großmutter zugehört und war interessiert daran zu beobachten, wie du sie empfingst, denn es ist eine tiefe und wichtige Mitteilung der Wahrheit, die im Allgemeinen den Sterblichen nicht bekannt ist. Selbstverständlich kennen wir in den tieferen Sphären diese Wahrheiten nicht so weitgehend wie die spirituellen Wesen der Göttlichen Sphären. Aber ich habe den Diskurs des Meisters über das Thema Gottes gehört, und was deine Großmutter dir schrieb ist eine Zusammenfassung dessen, was er uns erklärt hat, aber selbstverständlich in einer Weise, dass wir die Wahrheit besser und in einem höheren Maß begreifen konnten, als du das jetzt kannst.

Eines habe ich beobachtet im Falle derer, die Wissenschaftler genannt werden, und die nur an das Materielle glauben, und auch im Falle derer, die behaupten, Ungläubige zu sein. Wenn sie in das spirituelle Leben kommen, merken sie sehr bald, dass es einen Gott gibt oder Ihn geben muss, und dass ihr Gott der Natur, oder der vom Menschen gefertigte Gott, hier nicht existiert. Selbstverständlich bekommen sie zu Beginn keine Vorstellung des Wesens Gottes, aber sie wissen sehr bald nach ihrem Herüberkommen, dass es einen Gott gibt, der anders und verschieden ist von dem, was sie sich unter Ihm vorgestellt hatten, als sie eine falsche Meinung über Ihn auf Erden hatten, oder als sie Gott überhaupt leugneten; und sie werden sich bald bewusst der absoluten Notwendigkeit, dass es einen Gott geben muss. Und wenn sie den Menschen zu seinem eigenen Gott gemacht hatten, dann sehen sie viele spirituelle Wesen der Menschen in einem derartigen Zustand der Finsternis, des Leidens und der Hilflosigkeit, dass sie sich leicht darüber klar werden, der Mensch ist nicht Gott.

Deswegen sage ich, dass die erste Wahrheit, die ihnen in den Kopf und die Seele gelangt, wenn sie zu spirituellen Wesen werden, die ist, dass es einen Gott gibt, obwohl sie Sein Wesen und Seine Eigenschaften nicht kennen.

Daher siehst du, es liegt nur ein dünner fleischlicher Schleier zwischen dem prahlerischen Verstand eines Sterblichen, der verkündet, dass es keinen Gott gebe außer der Natur, oder überhaupt keinen Gott, und dem Verstand eines spirituellen Wesens, der sich seiner Schwäche und Winzigkeit bewusst ist, wie er in der spirituellen Welt lebt.

Aber ich muss jetzt aufhören, über das Thema zu schreiben, oder du wirst glauben, dass ich dir eine Lektion schreiben möchte, was ich jetzt wirklich nicht vorhabe.

Mit all meiner Liebe, bin ich,

Dein dich liebender Vater

  


 

 

Joseph H. Salyards schreibt über seine Kenntnis und Seelenwahrnehmung betreffend "Wer oder Was ist Gott". Er erklärt, dass Gott eine Persönlichkeit besitzt.

 

Ich bin hier, Dein alter Professor Salyards.

Ich möchte dir bloß sagen, dass ich sehr glücklich bin. Ich möchte auch, dass du weißt, ich schreite im Zustand meiner Seelenentwicklung und in meiner Kenntnis der Wahrheiten, die zur spirituellen Welt gehören, fort. Ich habe dir lange nicht geschrieben, aber jetzt würde ich dir gerne von gewissen Wahrheiten erzählen, die ich kennengelernt habe, seit ich dir das letzte Mal geschrieben habe.

Nun, ich finde, dass ich jetzt in einem Zustand der Seelenentwicklung bin, der es mir ermöglicht, die Wahrheit zu sehen, worüber uns der Meister in Bezug auf die wirkliche Existenz Gottes erzählt hat -- ein Gott, Der weiß, was seine Geschöpfe gerade machen, und wie sie Gebrauch von ihren Seelen und Körpern machen. Ich meine, dass dieser Gott jemand ist, Der all die Eigenschaften hat, von denen du annimmst, dass sie nur ein Wesen mit einer Persönlichkeit und Gestalt haben kann; denn niemand kann wirklich verstehen, wie eine reine Essenz oder gestaltlose Existenz solche Kräfte und Qualitäten haben kann.

Ich konnte jedoch bis vor kurzem niemals die echte Wahrheit und Bedeutung Gottes verstehen, ich glaubte Ihn als reine Essenz, ohne Form oder Persönlichkeit, Die die Weisheit und Liebe und Macht haben konnte, die man mich lehrte, dass sie Gott besitze. Aber jetzt weiß ich, dass Gott weder eine bloße Essenz ist, noch dass er keine Persönlichkeit hat. Auch dass das Verständnis der Qualitäten Gottes in Wirklichkeit jenseits der Möglichkeiten des begrenzten Verstandes liegt und nur als eine Anerkennung eines existierenden Zustandes oder einer Wahrheit mittels des Glaubens erfasst werden kann. Jetzt aber habe ich mehr als Glauben, was mich die Tatsache verstehen lässt, dass dieser Gott (Den wir unseren Vater nennen, und das ist er auch wirklich) all jene Qualitäten und Kräfte hat. Und für mich ist so ein Verständnis eine wunderbare und unerwartete Ergänzung zu meiner Kenntnis Gottes.

Dieses Verständnis ist natürlich nichts, was aus dem Verstandesgebrauch entsteht. Es ist auch nicht das Ergebnis einer mentalen Kraft oder Qualität, die ich vorher nie bemerkt hatte, dass ich sie besaß. Vielmehr ist es die Folge der Ausübung meiner Seelenwahrnehmungen. Und diese Sinne sind so scharf geworden und in so in Einklang oder Harmonie mir den Qualitäten der Seele unseres Vaters gekommen, dass Er und all diese Eigenschaften mir als echte, wahrnehmbare Daseinsformen vorkommen, so viel Gewissheit eines begreifbaren Wesens haben wie das Dasein spiritueller Wesen und deren Eigenschaften.

Du siehst also, was die Seelenentwicklung bedeuten kann, und welche Möglichkeiten sie bietet. Keine bloße Entwicklung der intellektuellen Qualitäten oder Eigenschaften könnte je zu einem Begreifen der Persönlichkeit Gottes führen, wie ich sie beschrieb.

In meinem ganzen Leben, auf Erden oder in der spirituellen Welt, habe ich mir nie vorgestellt oder erwartet, dass es möglich sei für die Seele eines Sterblichen oder spirituellen Wesens, Gott so zu sehen, wie ich ihn jetzt sehe. Und ich konnte nie verstehen, was bei der Bergpredigt gemeint wurde unter " Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen", außer in diesem Sinne: dass wenn wir rein im Herzen würden, jene Qualitäten, die Gott zugeschrieben werden, ein Teil von uns würden. Und als deren Besitzer könnten wir Gott "sehen", oder vielmehr die Folgen jener Eigenschaften Gottes in unserer Seele verspüren.

Ich weiß nicht, ob du voll verstehen kannst, was ich versuche dir mitzuteilen, aber ich habe mein Bestes versucht, die Idee in eine Sprache zu kleiden, damit dein Verstand einigermaßen begreifen kann was ich sagen möchte. Ich weiß, dass du nie ganz wissen wirst, was diese große Seelenwahrnehmung ist, bis du in deiner eigenen Seele erfahren hast, was diese Entwicklung bedeutet. Denn diese Entwicklung ist notwendig, um deiner Seele zu ermöglichen, mit Klarheit zu sehen, was ich jetzt sehe.

Ich dachte, ich erzähle dir eben von diesem Fortschritt meiner Seele, damit du eine leise Idee davon haben kannst, was die Entwicklung der Seele bedeutet außer einer Ergänzung der Entwicklung des natürlichen Liebesprinzips. Denn die Göttliche Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes, und dieses Gesetz beinhaltet, was es uns ermöglicht wahrzunehmen, dass Gott eine Persönlichkeit ist, Die jene Qualitäten besitzt, von denen ich spreche.

Ich sehe schon, ich habe genug geschrieben für heute Nacht. Wenn du sorgfältig liest, was ich geschrieben habe, wirst du viel geistige Nahrung finden und wahrscheinlich ein Bisschen Hilfe für ein richtiges, konkretes Verständnis von "Wer und Was ist Gott."

Ich möchte nur noch meinem Dank und meiner Freude Ausdruck verleihen, dass ich wieder zu dir kommen konnte und dich meine Ideen niederschreiben lassen konnte, über Wer unser Vater ist, und auch für die Gelegenheit zu erklären, dass Gott ein Sein ist, das eine Existenz aus Sich selbst heraus hat, das von den Seelensinnen Seiner erlösten Geschöpfe wahrgenommen und verstanden werden kann, und wünsche ich dir eine gute Nacht.

Dein alter Professor und Bruder in Christus,

Joseph Salyards.

  


 

 

Jesus bestätigt die Botschaft des Professors über die Persönlichkeit Gottes und die Notwendigkeit, die Seelenwahrnehmungen zu entwickeln, um Gottes Persönlichkeit erkennen zu können.

 

Ich bin hier, Jesus.

Ich habe gehört, was dir der Professor gesagt hat, und du musst dein Bestes versuchen, um die Bedeutung dessen zu verstehen. Es beinhaltet eine Beschreibung der wahren Vorstellung Gottes in einer Weise, wie sie nur jemand erklären kann, der seine Seelenwahrnehmungen entwickelt hat. Die einzige Schwierigkeit für dein volles Verständnis dieser Idee über "Wer und Was ist Gott" liegt daran, dass sie der bloße Menschenverstand nicht erfassen kann. Denn nur eine Seele, die in einem genügenden Maß entwickelt worden ist, kann das verstehen. Aber du kannst dennoch ihren Sinn soweit erkennen, dass es dir möglich wird, unserem Vater als einem realen, persönlichen Vater näher zu kommen und nicht nur als einem gestaltlosen Wesen. Ich meine, dass die Idee der Persönlichkeit dir den Vater näher bringen kann, damit du dir einer tieferen Bedeutung Seiner Liebe, Fürsorge, Barmherzigkeit und Interesse an dir und all Seinen Geschöpfen bewusst werden kannst.

In meiner Botschaft über Gott wirst du finden, dass ich zwar über die Vorstellung der Persönlichkeit Gottes spreche, sie aber nicht so betone wie im Schreiben des Professors. Aber die Wahrheit ist, dass unser Vater eine Wesen ist mit einem wirklichen Dasein und einer Persönlichkeit, die von den Seelenwahrnehmungen erkannt werden können. Natürlich werden die Menschen diese Wahrheit nicht verstehen, solange sie vom bloßen Verstand abhängen, um sie zu begreifen, und vielleicht bedeutet ihnen das auch gar nicht so viel, aber diese Wahrheit ist von größter Bedeutung für die Menschheit sowohl in ihrem irdischen Leben als auch in der spirituellen Welt.

"Du, Gott, siehst mich" ist keine bedeutungslose Floskel, die die Menschen wiederholen und nicht verstehen, denn Gott sieht wirklich jede Handlung des Menschen. Und wie ich auf Erden gesagt habe, "dennoch fällt keine Sperling auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupt alle gezählt". Wenn also die Menschen bloß lernten, dass diese große Wahrheit so wichtig ist, würden sie vorsichtiger sein in ihrer Lebensführung.

Die Menschen müssen sich klar darüber sein, dass Gott nicht nur ihre Taten kennt sondern auch ihre Gedanken. Über jeden müßigen Gedanken wird Rechenschaft abgelegt werden müssen, und die Strafen, die Seine Gesetze auferlegen, werden bezahlt werden müssen. Wenn also die Menschen sich der Tatsache bewusst wären, dass Gott sehen und wissen kann, wie sie ihr Leben auf Erden geführt haben, würden sie öfter darüber nachdenken, bevor sie so manches täten, wovon sie glauben, dass nur sie davon wüssten.

Ich freue mich sehr, dass dir der Professor über das Thema heute Nacht geschrieben hat, denn es ist sehr wichtig für unseren Plan, die Wahrheiten Gottes und Seiner Eigenschaften zu verkünden.

Ich werde dir schon bald noch eine Botschaft schreiben, und zwar eine, die sehr wichtig für die Menschen ist. Sie wird dir auch ein paar Dinge vermitteln, die du lernen musst.

Also, mit all meiner Liebe und meinem Segen, bin ich

Dein Bruder und Freund,

Jesus.

  


 

 

Lukas fügt sein Zeugnis über "Wer oder Was ist Gott" hinzu. Er bestätigt ebenfalls, dass Gott eine Persönlichkeit besitzt.

 

Ich bin hier, Lukas.

Ich möchte mein Zeugnis zu dem Professor Salyards' hinzufügen in Bezug auf "Wer und Was ist Gott". Selbstverständlich ist mein Zeugnis nicht notwendig, nachdem der Meister die Aussage des Professors erklärt und sie vertieft hat. Dennoch möchte ich ein paar Worte dazu sagen, die aus meinem Wissen und meiner Erfahrung stammen.

Ich habe eine Seelenentwicklung, die größer ist als die des Professors, und eine Wahrnehmung, die klarer und überzeugender ist als seine. Und dennoch ist das, was er sagte, alles, was auch ich über die Wahrheit der Persönlichkeit Gottes erklären kann, außer dass sie mir zweifelsohne weit klarer ist, und ich sie schon länger kenne.

Ich weiß, dass Gott ein Wesen ist, das eine Persönlichkeit besitzt, wenngleich keine Gestalt wie der Mensch; aber er hat all die Eigenschaften, die erwähnt wurden. Diese Eigenschaften sind nicht Gott, sondern nur Qualitäten, die er sein Eigen nennt, und die in ihrem Wirken auf die Herzen und Seelen der Menschen von Ihm ausströmen und fließen. Du verstehst das vielleicht besser, wenn ich deine Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenke, dass du sehen, fühlen, hören, lieben und hassen kannst, aber diese Eigenschaften oder Qualitäten sind nicht du sondern nur das, was zu deiner Persönlichkeit gehört. Du kannst eines davon oder alle verlieren, und bleibst dennoch eine Persönlichkeit. Und so ist es mit Gott. Die Liebe, Weisheit, Sorge und das Zuhören stellen nicht Gott dar, dennoch formen sie einen Teil von Ihm und werden von Ihm eingesetzt, so wie die Qualitäten, die ich erwähnte, von dir zur Anwendung gebracht werden.

Ich weiß, es ist schwer für den Menschenverstand, diese große Wahrheit Gottes zu verstehen, dass er eine Persönlichkeit besitzt. Aber es ist eine Wahrheit, die für die Wahrnehmungen einer entwickelten Seele ebenso wirklich ist, wie die Existenz deiner Persönlichkeit oder der irgendeines Menschen für den begrenzten Verstand.

Und hier kommt noch eine Tatsache in Zusammenhang mit dieser großen Wahrheit: dass nur die spirituellen Wesen, die die Neue Geburt erfahren haben und erfüllt worden sind von der Göttlichen Liebe des Vaters, und damit zu Teilhabern Seiner Göttlichkeit geworden sind, jemals die große Wahrheit der Persönlichkeit Gottes wahrnehmen können. Kein anderes spirituelles Wesen wird je die Seelenentwicklung erreichen, die unumgänglich nötig ist, um die große Wahrheit zu vernehmen, um die es hier geht.

Aber die bloße Tatsache, dass die anderen spirituellen Wesen diese Wahrheit nicht verstehen oder begreifen können, ändert nichts daran; und alle Menschen und spirituellen Wesen sind ihrem Wirken unterworfen und müssen den Nutzen daraus ziehen, den sie erzielen können aus dem Wirken dieser Wahrheit auf ihr Leben und ihre Gedanken.

Nur weil die Menschen Gott nicht sehen können, folgt daraus nicht, dass er sie nicht sieht, denn er sieht sie schon. Jeder ihrer Gedanken ist Ihm bekannt und wird festgehalten. Und vielleicht kommt es dir seltsam vor, oder wie ich vielleicht richtiger sagen sollte, es kommt dir vielleicht überraschend vor, diese Buchführung findet im Gedächtnis und im Bewusstsein der Menschen selbst statt. Und wenn die Zeit kommt, dass sie Rechenschaft ablegen über ihre Taten und Gedanken, wird nichts anderes als eben dieses Gedächtnis und Bewusstsein durchsucht und geprüft. Und nichts kann verborgen bleiben oder verloren gehen, bis sie den Zweck ihrer Existenz erfüllt haben.

Die Menschen können erschaffen, aber sie können nicht zerstören. Ich beziehe mich jetzt auf ihre Taten und Gedanken. Sie vergessen vielleicht und erleichtern ihr Gewissen, indem sie auf Erden vergessen, aber wenn sie in die spirituelle Welt kommen und aufgerufen werden, Rechenschaft abzulegen, zeigen ihnen die unerbittlichen Gesetze, die ihre wirklichen Richter und Exekutoren sind, dass es etwas wie das Vergessen nicht gibt. Und wie einmal gesagt worden ist, sie haben vergessen zu vergessen.

Gott ist Sein, aus Sich Selbst heraus, unveränderlich, aber voll Liebe und Barmherzigkeit. Und diese wendet er nicht auf jeden individuellen Fall an. Vielmehr hat er sichergestellt, dass Seine Gesetze der Barmherzigkeit so arbeiten, dass alle spirituellen Wesen der Menschen, und die Sterblichen ebenso, in einen Seelenzustand kommen können aus ihrem eigenen Handeln und Wünschen heraus, dass sie die Gnade der Barmherzigkeit empfangen können. Ja, von Anfang an hat seine Barmherzigkeit auf alle Menschen gewartet, dass sie um sie bitten und sie erlangen möchten, geradeso wie Seine Liebe.

Ich könnte über das Thema noch länger schreiben, aber ich darf heute Nacht nicht mehr schreiben, weil du schon müde bist. Ich mache also Schluss.

Mit all meiner Liebe und meinem Segen, bin ich

Dein Bruder in Christus,

Lukas.

  


 

 

Stephanus erklärt, dass Gott sieht, hört und kennt, was die Menschen und spirituellen Wesen denken.

 

Ich bin hier, Stephanus, der Jünger.

Ich möchte nur ein Wort sagen.

Als ich den Märtyrertod starb, sah ich die Himmel offenstehen und die spirituelle Wesen der Gerechten vollkommen werden. Und nun kann ich mittels meiner Seelenwahrnehmungen Gott als ein wirkliches, Persönliches Wesen sehen, das voll Liebe und Barmherzigkeit ist.

Niemand soll in der Gewissheit ruhen, dass Gott nur ein formloser Geist sei ohne die Eigenschaften zu sehen, zu hören und zu wissen, was die Menschen und spirituellen Wesen denken und tun. Denn es ist wahr, und beim Ablegen der Rechenschaft wird so mancher in seiner falschen Sicherheit enttäuscht werden. Ich bin in einem Zustand der Seelenentwicklung, um die große Wahrheit zu kennen, dass Gott ein Gott mit einer echten Persönlichkeit ist. Und wenn ich das sage, meine ich damit nicht eine Individualität im Sinne wie du ein Individuum bist. Sondern was ich meine unter "Persönlichkeit" ist, dass all die Eigenschaften der Liebe, Macht, Kenntnis und Barmherzigkeit nicht Gott ausmachen. Sie stellen bloß einen Teil Seines Wesens dar, und fließen von Ihm in ihrer Wirkung auf die Menschen, und genau genommen, auf alles im Universum.

Ich werde mich nicht breit über diese Wahrheit auslassen, weil sie schon von denen, die mir vorausgegangen sind, erklärt wurden. Aber ich möchte dies sagen: weil der Mensch mit seinem begrenzten Verstand diese Wahrheit nicht verstehen kann, heißt das noch lange nicht, dass es keine Wahrheit wäre, denn sie ist es schon. Und in der fernen Zukunft wird jeder, der die notwendige Seelenentwicklung erfahren hat, diese Wahrheit kennenlernen und verstehen.

Ich werde heute Nacht nichts mehr schreiben, aber ich lege dir ans Herz, diese große Entwicklung deiner Seele zu suchen, und du wirst nicht enttäuscht werden, wenn es dir bewusst wird, dass Gott unser Vater des Meisters ist -- der nahe, persönliche und liebevolle Vater.

Mit all meiner Liebe, wünsche ich dir eine gute Nacht.

Dein Bruder in Christus,

Stephanus.

  


 

 

Johannes bekräftigt, dass Gott auf die Gebete antwortet. er diskutiert die Bedeutung des Gebetes, damit die Seele entwickelt werden kann, und große Werke folgen mögen.

 

Ich bin hier, Johannes.

Ich bin der Apostel, und du musst mich nicht auf die Probe stellen, wie dein Freund sagte, denn kein spirituelles Wesen kann sich für mich ausgeben, wenn ich anwesend bin. Du musst mir also glauben und versuchen, gläubig zu empfangen, was ich heute Nacht schreiben werde, und du wirst feststellen, dass du daraus Nutzen ziehen kannst.

Ich kam hauptsächlich, um dir zu sagen, dass ich eurem Gespräch und der Lesung der "Bergpredigt" zugehört habe, die uns von Meister in lang vergangenen Tagen gehalten wurde, wie ihr sagen würdet.

Als jene Predigt gehalten wurde, besaßen wir keine großartige spirituelle Entwicklung, und wir verstanden ihren tieferen Sinn nicht. Und was ihre wörtliche Bedeutung anbetrifft, so dachten wir, dass sie nicht auf die praktischen Angelegenheiten des täglichen Lebens abzielte. Die Leute glauben, so weiß ich, dass wir damals spirituell sehr weit entwickelt waren und die großen Wahrheiten verstanden, die der Meister lehrte. Eine Entwicklung, die derjenigen der heutigen Menschen überlegen war. Aber ich muss dir leider sagen, dass das ein Irrtum ist. Wir waren vergleichsweise ungebildet, von Beruf Fischer, und hatten keine Ausbildung über das Niveau hinaus, das gewöhnliche Arbeiter damals hatten. Und als uns Jesus rief, seine Apostel zu werden, waren wir genauso überrascht und zögerten ebenso wir du, als dir eine ähnliche Mission erklärt wurde.

Unsere Kenntnis kam mit unserem Glauben an die großen Wahrheiten, die der Meister lehrte, und aus unserer Beobachtung der großen Macht, die er ausstrahlte; und auch vom Einfluss der Großen Liebe, die er besaß. Aber wenn die Menschen denken, dass wir die großartigen Wahrheiten, die er lehrte, leicht verstanden, dann irren sie sich. Erst nachdem der Heilige Geist auf uns niederschwebte, zu Pfingsten, kamen wir voll in Übereinstimmung mit dem Vater, oder erfassten die großen Wahrheiten vollständig, die der Meister gelehrt hatte.

Selbstverständlich lernten wir vieles, was die Menschen damals nicht wußten, und unsere Seelen entwickelten sich in einem hohen Maße -- aber nicht genug, um uns die Kenntnis der wunderbaren Bedeutung der Wahrheiten zu bringen, die die Menschen befreiten und in Einklang mit dem Vater brachten.

In eurem Gespräch heute Nacht habt ihr den relativen Wert des Gebets und der Werke diskutiert, und ihr wart nicht einverstanden mit dem Prediger, dass es die Werke seien, die die Menschen in der Liebe entwickelten und die große Seligkeit auf der Erde bewirkten, und dass das Gebet nicht so wichtig sei.

Nun, als spirituelles Wesen und als Mensch, der auf Erden gelebt und gebetet hat, lass mich dir sagen mit einer Autorität, die aus der wirklichen Erfahrung stammt, und einer Kenntnis, die von der Beobachtung kommt, dass von all den wichtigen Dingen auf Erden für die Menschen, die das Heil, das Glück und die Entwicklung der Seele suchen, das Gebet das aller wichtigste ist! Denn das Gebet bringt vom Vater nicht nur die Liebe und den Segen, sondern auch eine Geisteshaltung und den Willen, die die Menschen dazu führt, die großen Werke zu vollbringen, die der Prediger die Menschen aufforderte zu tun.

Das Gebet ist der Ursprung der den Menschen gegebenen Macht, die es ihnen ermöglicht, all die großartigen Werke zu verrichten, die denjenigen, die sie vollbringen, eine Belohnung bringen werden, und denjenigen, die sie empfangen, Glück und Annehmlichkeiten.

Du siehst also, das Ergebnis kann niemals größer sein als die Ursache. Denn die Ursache in diesen Beispielen gibt dem Mensch nicht nur die Kraft zum Werk, sondern auch zu lieben und seine Seele zu entwickeln, ihn mit allen guten und wahrhaftigen Gedanken zu inspirieren. Werke sind wünschenswert und in einigen Fällen notwendig; aber das Gebet ist absolut erforderlich. Du und dein Freund sollen also verstehen und niemals zweifeln, dass ohne das Gebet die Werke der Menschen nicht imstande wären, das Gute zu vollbringen, was sogar jetzt schon der Mensch für seinen Bruder tut.

Betet, und die Werke folgen. Vollbringe Werke, und du kannst Gutes tun, aber die Seele zieht keinen Nutzen daraus. Denn Gott ist ein Gott, der die Gebete durch Seine Engel und durch den Einfluss Seines Heiligen Geistes beantwortet, der im Inneren oder im echten Wesen des Menschen arbeitet.

Ich werde jetzt Schluss machen. Mit meiner Liebe für euch beide bin ich,

Euer Bruder in Christus,

Johannes.

  


 

Johannes erzählt, wie Gebete um materielle Güter beantwortet werden. Er offenbart, dass das Wunder der Brote und Fische nie geschah.

 

Ich bin hier, Johannes, der Apostel Jesu.

Gott beantwortet die Gebete um materielle Güter durch die Arbeit und das Wirken Seiner Engel und spirituellen Wesen; und in diesem Wirken sind sie, was den Erfolg anbelangt, den Einschränkungen unterworfen, die ich vorher erwähnte. Gott übt keine willkürliche Macht aus, um derartige Gebete zu beantworten. Aber wenn sie ernsthaft an Ihn herangetragen werden, wirkt er über Seine Engel, um sie zu beantworten; und Er macht das nicht durch Sein reines Fiat. Seine Engel wachen und arbeiten immer; und wenn sich die Gelegenheit bietet, üben sie ihren Einfluss auf die bestmögliche Weise aus, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

Wie du weißt, besitzt der Mensch einen freien Willen, und dieser bestimmt weitgehend die Handlungen der Menschen. Und ihre Handlungen werden niemals willkürlich von einer Göttlichen Macht kontrolliert. Wenn die Gebete der Menschen um materielle Güter durch das Wirken der Engel und spirituellen Wesen beantwortet werden können, so geschieht das; aber wenn die Antwort vom menschlichen Willen abhängt, dann werden die Sterblichen die materiellen Güter nicht erhalten oder nur in dem Maße, wie die spirituellen Wesen diesen Willen beeinflussen und die Menschen dazu bringen können, auf jenen Einfluss entsprechend zu reagieren, der immer dann ausgeübt wird, um Antworten auf Gebete zu erreichen, die in ihrem Wesen angebracht und es wert sind, beantwortet zu werden.

(Padgett stellte eine Frage bezüglich der Propheten des Alten Testaments.)

Nun, ich bezweifle, dass irgendeine dieser Bitten in der willkürlichen Weise beantwortet wurden, wie das im Alten Testament beschrieben wird. Gott beantwortet niemals ein Gebet auf diese Art. Und die Bitten der alten Propheten hatten nicht mehr Gewicht, um eine Antwort darauf zu erhalten in der angeführten Weise, als die Gebete von ehrlichen und ernsten Menschen heutzutage. Gott war damals derselbe wie jetzt und wirkte über spirituelle Wesen damals so wie heute; außer dass er nun über Engel der Seelenentwicklung in der Göttlichen Liebe verfügt, die er damals nicht hatte, und diese Engel führen nun seine Befehle aus zusätzlich zu den spirituellen Wesen. Aber er beantwortet Gebete um materielle Angelegenheiten nur in der Weise, dass die Gesetze, die den freien Willen und die Handlungsfreiheit der Menschen kontrollieren, nicht verletzt werden, so wie sie eben über das Einwirken der spirituellen Wesen gelenkt und beeinflusst werden können.

Irgendwann einmal werde ich kommen, und dir eine Botschaft über das Thema Gebet und Antwort schreiben.

Aber das eine möchte ich sagen: dass wir bisweilen verstehen können, was in der nahen Zukunft passieren wird; und wenn wir diese Kenntnis haben, können wir dem Sterblichen erzählen, was erwartet werden kann oder vielmehr, was geschehen wird, und das machen wir manchmal.

In deinem Falle wissen alle von uns in den höheren Sphären und auch viele in den spirituellen Sphären, was deine Bitten waren in Bezug auf diese materiellen Angelegenheiten, und wir haben daran gearbeitet, eine Verwirklichung derselben zu deinen Gunsten zustande zu bringen - nicht nur wegen deiner Bitten, sondern auch, weil diese materiellen Angelegenheiten so notwendig sind, um unser Werk auszuführen und zu vollenden. Und wir haben unseren Einfluss aufs äußerste ausgeübt, um dieses Ziel zu erreichen. Aber wie ich sage, wir sind alle begrenzt, und wir haben nicht die Macht, das Geschehen eines Ereignisses zu verursachen, bloß weil wir das so wollen, auch wenn wir das Werk des Vaters verrichten.

Das mag dir überraschend und auch enttäuschend vorkommen, aber es ist eine Tatsache. Und es ist eine große Wahrheit, dass Gott denjenigen hilft, die sich selbst helfen.

Selbstverständlich darfst du die Tatsache nicht aus der Sicht verlieren, dass die Menschen zwar selbst all das tun müssen, was Geschehnisse oder Phänomene oder Änderungen in materiellen Angelegenheiten zustande bringt, so können wir aber doch Einfluss ausüben auf ihre Wünsche, Absichten und ihren Willen, diese Absichten in die Tat umzusetzen, aber natürlich können wir das nicht absolut kontrollieren.

Nein, was ihre sofortige Verwirklichung anbelangt, sind diese Dinge dem menschlichen Willen unterworfen. Niemals legt Gott aus einem rein momentanen oder physischen Akt heraus Reichtümer oder Wohlstand in die Hände eines Menschen. Das muss unmittelbar vom Menschen selbst erarbeitet und zustande gebracht werden. Aber wenn er das macht, kann der Mensch auf wunderbare Weise beeinflusst werden von der Arbeit der spirituellen Wesen, und das geschieht auch.

(Padgett fragte Johannes über Jesus, wie er der Menschenmenge zu Essen gab.)

Nun, das ist eine Frage, die die Menschen veranließ, sie zu bezweifeln, und sie auf verschiedene Weise zu betrachten und zu erklären, das sogenannte "Wunder der Brote und Fische". Da ich damals ein Jünger des Meisters war, ist es ganz natürlich, dass man von mir erwartet, erklären zu können, ob denn so ein Wunder jemals stattgefunden hat oder nicht. Und freilich kann ich feststellen, wie es darum beschaffen ist. Und obwohl dieses angebliche Wunder von den Predigern und Lehrern viele Jahrhunderte lang verwendet wurde, um die wunderbare Macht zu zeigen, die Jesus besaß, und dadurch die Menschen dazu brachten, an ihn zu glauben, und ihn als Gott anzuerkennen (oder zumindest, dass er gottähnliche Kräfte hatte), und es eingesetzt wurde, um viel Gutes unter jenen zu tun, die nach der wahren Religion suchten, bin ich dennoch gezwungen zu sagen, und das tut mir sehr leid, dass so ein Wunder sich nie ereignet hat. Jesus hatte zwar wunderbare Kräfte und verstand die Funktionsweise der spirituellen Gesetze weit besser als irgendein Sterblicher, der jemals lebte, aber er hatte nicht die Macht, die Brote und Fische zu vermehren, wie das im Bericht über das Wunder dargestellt wird. Wenn er das machen hätte können, hätte das gegen die Gesetze Gottes verstoßen, die den materiellen Teil Seiner Schöpfung regeln, und wäre auch außerhalb der Kräfte gelegen, die von irgendeinem spirituellen Gesetz auf einen Menschen oder Engel übertragen wurden.

Es gibt gewisse Gesetze, durch die wir (die wir mit ihnen vertraut sind und sie anwenden) physische Substanzen dematerialisieren lassen können und auch eine Materialisierung spiritueller Substanzen in einem beschränkten Maße zuwege bringen. Aber ich bin mit keinem Gesetz vertraut, das unter der Kontrolle Jesu gewirkt haben könnte, um die Brote und Fische in so großer Zahl zu vermehren, wie in der besagten Geschichte vermerkt wird. Und als Tatsache weiß ich, dass dieses Wunder nicht stattgefunden hat, und Jesus wird dir dasselbe erzählen.

Es gibt noch andere angebliche Wunder in der Bibel, die keine Grundlage in der Realität haben.

Nun, ich habe dir einen langen Brief geschrieben heute Nacht und muss aufhören. Aber ich freue mich, dass du mich über die Antwort auf Gebete gefragt hast, und über die Wunder der Brote und Fische; denn deine Fragen gaben mir die Gelegenheit, diese Angelegenheiten in gewissem Maße zu erklären. Aber was das Gebet anbetrifft, musst du warten, bis ich es ausführlicher behandle, oder in Detail, bevor du schließt, dass du das Thema voll verstehst.

Und ich sage dir: bete nicht nur um Spirituelles, was Gott durch Seinen Heiligen Geist schenkt, sondern auch um Materielles, was er durch Seine Engel und spirituellen Wesen schenkt. Das richtige Gebet wird früher oder später beantwortet werden. Und dein Gebet um jenes, worüber ich geschrieben habe, wird beantwortet werden, auch wenn dir vorkommen wird, dass die Antwort darauf lange braucht.

Mit meiner Liebe und meinem Segen, wünsche ich dir eine gute Nacht.

Dein Bruder in Christus,

             Johannes.

 


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