Offenbarungen der Engel der Göttlichen Wahrheit - Jesus offenbart erneut das Evangelium
Kapitel 4
Die wahre Sühne
Botschaften in diesem Kapitel:
Lukas über die Sühne, Fortsetzung.
Die wahre Bedeutung der Sühne. (Jesus)
Paulus weist das stellvertretende Sühneopfer zurück.
Petrus bekräftigt, was Paulus über das stellvertretende Sühneopfer schrieb.
Die wahre Sühne
Die Erlösung der Seele, die Jesus lehrte, wird nicht durch das Blutopfer irgendeiner Kreatur Gottes erzielt.
Ich bin hier, Lukas, der einstige Autor des Dritten Evangeliums.
Ich komme heute Nacht, um dir von einer Wahrheit zu erzählen, die von sehr großer Bedeutung für dich und die Menschheit ist, und ich wünsche, dass du sehr aufmerksam bist beim Empfang dessen, was ich dir sende. Ich bin in einem Zustand der Liebe, der es mir ermöglicht zu wissen, wovon ich schreibe, und dich zu veranlassen, dass du das, was ich sagen mag, als wahr anerkennst.
Ich möchte dir erzählen, dass die Liebe, von der wir dir geschrieben haben, die einzige Liebe ist, die ein spirituelles Wesen oder einen Menschen in Einheit mit dem Vater bringen kann. Und das ist mein Thema: "Die Sühne."
So wie dieses Wort in der Bibel verwendet und von den Kirchen und den Bibelkommentatoren ausgelegt wird, haftet ihm eine Bedeutung an, die einen Preis beinhaltet, den Jesus für die Erlösung der Menschheit von deren Sünden bezahlt hat, und von der Strafe, der sie sich anderenfalls unterziehen hätten müssen, weil sie sündigten; ebenso die Idee, dass Gott, als ein "zorniger" und "unersättlicher" Gott, auf den Preis wartete, der beglichen werden sollte, um Seinen "Zorn" zu stillen, und somit wurde der Mensch vor Ihm als freigesprochen von der Sünde und den Folgen seines Ungehorsams stehen.
Gemäß den Lehren der Kirche und der angeführten Personen musste dieser Preis von jemandem bezahlt werden, der durch seine Güte und Lauterkeit in der Lage war, den Preis zu begleichen - das heißt, jemand der in sich solch inhärente Qualitäten besaß, und durch sein Opfer von so inhärentem Wert war, dass die Bedingungen der Forderungen dieses zornigen Gottes befriedigt würden, Dessen Gesetze nicht befolgt worden waren. Und sie lehren auch, dass dieser Preis einzig durch den Tod Jesu am Kreuz bezahlt werden konnte, der die einzige Person in der gesamten Schöpfung war, die diese Qualitäten in ausreichendem Maße besaß, um die Forderungen zu erfüllen. Und des Weiteren, dass durch seinen Tod und das Vergießen seines Blutes die Sünden gesühnt wurden und Gott zufrieden gestellt wurde. Das ist der orthodoxe Glaube über die "Sühne" und den Heilsplan.
Kurz gesagt, ein vollkommenes menschliches Wesen, das frei war von allen Sünden, ein Tod am Kreuz und ein Blutvergießen -- und die letzten beiden Punkte waren notwendig, damit die Sünden der Sterblichen weggewaschen und ihre Seelen geläutert und geeignet gemacht würden, um Teil der großen Familie Gottes zu bilden.
Aber dieser Begriff der Sühne ist völlig verkehrt, und wird durch keine Lehre des Meisters gerechtfertigt, oder durch irgendeine der wahren Lehren der Jünger, denen er den Heilsplan erklärt hatte, und was die wahre Sühne bedeutete.
Ich weiß, an verschiedenen Stellen des Neuen Testamentes wird gesagt, dass das Blut Jesu alle Sünden wegwasche, und dass sein Tod am Kreuz die "Forderung" es Vaters nach Gerechtigkeit "befriedige"; und darin sind noch weitere ähnliche Ausdrücke enthalten, die die selbe Idee vermitteln. Aber diese Aussprüche der Bibel wurden niemals von den Personen geschrieben, denen sie nachgesagt werden, sondern vielmehr von Autoren, die in ihren verschiedenen Übersetzungen und vermeintlichen Vervielfältigungen dieser Schriften zu den Schreiben der ursprünglichen Autoren ergänzten und aus ihnen entfernten, bis die Bibel voll dieser falschen Doktrinen und Lehren war.
Die Autoren der Bibel, wie es nun feststeht, waren Personen, die der Kirche angehörten, die um die Zeit Konstantins (Im vierten Jahrhundert AD -- ed.) nationalisiert wurde. Man auferlegte ihnen die Pflicht, solche Ideen zu schreiben, von denen die Kirchenfürsten die Vorstellung hatten, dass sie der Bibel einverleibt werden sollten, um somit ihre Ideen auszuführen, den wahren Interessen der Kirche zu dienen, und ihr die weltliche Macht zu geben, die sie unter den Lehren und der Führung der reinen Doktrinen des Meisters nie erhalten hätte.
Diese falsche Doktrin der Sühne ist nun beinahe zweitausend Jahre lang geglaubt und von den sogenannten Christlichen Kirchen anerkannt worden, und wurde von diesen Kirchen als die wahre Doktrin Jesu verbreitet und als diejenige, von der das Heil des Menschen abhänge. Und die Folge war, dass die Menschen glaubten, dass das einzige, was für ihr Heil und ihre Aussöhnung mit Gott notwendig wären, der Tod Jesu und das Wegwaschen ihrer Sünden durch das vergossene Blut am Kalvarienberg seien.
Wenn die Menschen nur wüssten, wie unnütz sein Tod war, und wie wirkungslos sein Blut ist, um die Sünden wegzuwaschen und mit dem Vater die "Schuld" zu begleichen, würden sie sich nicht in der Sicherheit wiegen, dass alles, was sie zu tun hätten, sei, an sein Oper und sein Blut zu glauben. Statt dessen würden sie den wahren Heilsplan lernen und jede Anstrengung in ihrer Macht unternehmen, um diesem Plan zu folgen. Und in der Folge würden sie ihre Seelen entwickeln, sodass sie in Harmonie mit der Liebe des Vaters und seinen Gesetze kämen.
Die Sühne in Ihrem wahren Sinne bedeutete nie die Begleichung einer Schuld oder das Stillen des "Zornes" Gottes. Es bedeutete einfach, in eine Einheit mit Ihm zu gelangen in jenen Qualitäten, die den Menschen den Besitz Seiner Liebe und der Unsterblichkeit versichern, die Jesus ans Licht brachte. Das Opfer Jesu konnte nie eine Wirkung auf den Zustand der Qualitäten der Seele der Menschen ausüben, und genauso wenig konnte das Blutvergießen eine verkommenen und sündige Seele makellos und frei von Sünde machen.
Gottes Universum wird von Gesetzen geregelt, die so unveränderlich wie vollkommen sind in ihrem Wirken. Und das große Ziel, das durch den Plan erreicht werden soll, den Er für die Erlösung der Menschen bereitstellte, ist es, dass jeder Mensch in Harmonie mit diesen Gesetzen gelangt. Sobald jene Harmonie besteht, wird es keinen Missklang mehr geben, und die Sünde wird der Menschheit unbekannt sein. Und deshalb kann nur das, was den Menschen in diese Harmonie bringt, ihn je von seinen Sünden erretten, und jene Einheit zuwege bringen, die Jesus und seine Jünger lehrten.
Als der Mensch erschaffen wurde, erhielt er, was man die natürliche Liebe nennen kann, und diese Liebe war in perfekter Harmonie mit Gottes Universum im Ausmaße der Qualität, die ihr innewohnte. Und so lange als man sie in diesem reinen Zustand ließ, formte sie einen Teil der Harmonie des Universums. Aber als sie beschmutzt wurde oder durchwirkt von der Sünde oder von etwas, was nicht im Einklang mit Gottes Gesetzen stand, wurde sie unharmonisch und nicht in Einheit mit Gott. Die einzige Erlösung, die danach gefordert wurde, war die Entfernung von all dem, was den unharmonischen Zustand verursachte.
Nun, der einzige Weg, wie dieser unharmonische Zustand behoben werden konnte, war, die natürliche Liebe wieder zu reinigen und zu befreien von allem, was sie beschmutzte. Das Opfer am Kreuz konnte nicht das Heilmittel sein, und genauso wenig konnte die Blutsühne das bewirken, denn das Opfer und das Blut hatten keine Beziehung zum Übel, das beseitigt werden sollte. Daher behaupte ich, wenn das die "Strafe" beglichen und Gott "befriedigt" haben soll, und Er dadurch keinen Anspruch mehr dem Menschen gegenüber hätte auf die Begleichung dessen, was Ihm angeblich geschuldet wurde, dann schließt das notwendigerweise mit ein, dass Er die Seelen der Menschen in diesem unharmonischen Zustand ließ und nicht erlaubte, denselben zu beheben, bis seine Forderung nach "Genugtuung" und "Blut" erfüllt worden wären. Wenn Er dann "besänftigt" worden wäre, würde er vermeintlich den Menschen durch Seine rein willkürliche Erklärung erlauben, wieder in Harmonie mit Seinen Gesetzen und der Wirkungsweise Seines Universums zu kommen. In anderen Worten, Er wäre willens gewesen, die Menschen im unharmonischen Zustand mit Seinem Universum und der Funktionsweise Seiner Gesetze zu lassen, bis Seine Forderungen nach Opfer und Blut befriedigt worden wären.
Das wäre, wie es jeder vernünftigen Person klar ist, so etwas Dummes, dass sogar der bloße Mensch keinen derartigen Heilsplan fassen würde, was seine irdischen Angelegenheiten betrifft, um diejenigen seiner Söhne zu erlösen, die ihm ungehorsam waren. (Ich sehe, dass sich jemand mit dir in Verbindung setzen möchte, und werde später fortfahren.)
(Fortsetzung der vorhergehenden Botschaft.)
Ich bin hier, Lukas.
Ich möchte meinen Diskurs über "die Sühne" weiterführen.
So wie ich gesagt habe, wenn ein Mensch nicht in Harmonie mit Gott in der natürlichen Liebe kommt, die Gott ihm verliehen hat, und dadurch frei von Sünde und Irrtum wird, kann es für ihn keine Erlösung geben; und der Tod Jesu und das Vergießen seines Blutes können diese Harmonie nicht zustande bringen. Nun, was ich hierzu gesagt haben, bezieht sich ausschließlich auf den Menschen und sein Heil, wenn er den perfekten Zustand der natürlichen Liebe erreicht, die alle Menschen besitzen.
Aber das ist nicht die Große Sühne, für die Jesus zur Erde kam, um sie die Menschen lehren (und den Weg, wie sie erhalten werden konnte und die Auswirkungen, wenn Sie erhalten wurde).
Wie man dir schon gesagt hat, am Anfang übertrug Gott unseren ersten Eltern nicht nur die natürliche Liebe, sondern auch die Möglichkeit, die Göttliche Liebe des Vaters zu erhalten (durch die Einhaltung gewisser Gesetze und durch Gehorsam); wenn Diese empfangen wird, macht Sie den Menschen zu einem Teil der Göttlichkeit selbst. Sie verwandelt ihn zwar nicht in einen Gott oder gleich dem Vater, Sie gibt ihm jedoch eine Göttlichkeit, die ihn dazu bringt, die Substanz von Gottes Großer Liebe zu empfangen, und nicht mehr das bloße Abbild seines Schöpfers zu bleiben. Und in der Folge wird der Mensch Unsterblich.
Nur Gott ist Unsterblich -- und jeder Teil von Ihm ist Unsterblich. Und wenn die Menschen in ihre Seelen jenen Teil von Ihm empfangen, der seine größte Eigenschaft darstellt -- Seine Göttliche Liebe - werden sie auch Unsterblich, und danach nicht mehr dem Tode unterworfen.
Die natürliche Liebe, die in die Seelen der gesamten Menschheit eingepflanzt wurde, ist kein Teil der Göttlichen Liebe. Sie ist auch nicht jene Liebe in einem geringeren Ausmaße, sondern sie ist eine verschiedene und andersartige Qualität der Liebe, und alle Menschen besitzen sie. Aber in vielen Personen ist sie von den Sünden beschmutzt worden, die aus der Verletzung der Gesetze Gottes hervorgehen, sodass die Erlösung, von der ich gesprochen habe, notwendig für den Menschen ist, auch wenn er nur die natürliche Liebe besitzen mag.
Aber die Göttliche Liebe des Vaters ist eine Liebe, die in Ihr die Göttlichkeit, die der Vater besitzt, birgt, und ganz daraus besteht. Und niemand kann jemals zu einem Teil dieser Göttlichkeit werden, wenn er diese große Liebe nicht besitzt. Ich weiß, man sagt, der Mensch sei Göttlich, weil er nach dem Abbild Gottes erschaffen wurde. Aber nichts, was bloß ein Abbild ist, ist jemals ein Teil der Substanz, von der das Abbild stammt, und kann unmöglich die Qualitäten jener Substanz beinhalten. Um es ganz allgemein auszudrücken, das Abbild mag zwar das Aussehen haben, und kann (für gewöhnliche Zwecke des Lebens der Sterblichen) die Aufgaben des Originals übernehmen, bis dann etwas auftaucht, was wirklich den Einsatz des Originals erfordert; und dann wird das Abbild nicht mehr länger dem Zwecke dienlich sein.
Nun, im Falle der Schöpfung des Menschen wurde dieser nach dem Abbild Gottes in einer einzigen Besonderheit erschaffen, und zwar im Aussehen seiner Seele. Sein physischer oder spiritueller Körper war nicht nach dem Abbild Gottes, denn Gott hat keinen solchen Körper. Nur die Seele des Menschen ist nach dem Abbild Gottes, der Großen Überseele. Und so lange der Mensch ein reines Abbild des Vaters bleibt, wird er nie mehr sein, als der bloße Mensch, der er im Augenblick seiner Schöpfung war -- die Substanz des Vaters wird nie ein Teil von ihm werden. Und während die Substanz Göttlich ist, kann das Abbild niemals Göttlich werden, bis es in die Substanz verwandelt worden ist.
Bei der Erschaffung des Menschen wurde ein Plan geschmiedet, durch den das Abbild zur Substanz werden konnte. Es wurde dem Menschen (dem Besitzer des Abbildes) die Möglichkeit gegeben, die Substanz zu erhalten. Aber der Mensch verwirkte wegen seines Ungehorsams oder seines Versagens, die Anforderungen des bereitgestellten Plans zu erfüllen oder ihnen nachzukommen, die Möglichkeit, die ihm zur Verfügung gestellt worden war. Er verlor dadurch die Aussicht, dass das Abbild in die Substanz umgewandelt würde, was absolut notwendig war, um ihn jemals zum Besitzer eines Teiles der Göttlichkeit des Vaters zu machen. Und wenn die Menschen sich selbst als Göttlich bezeichnen, so behaupten sie etwas, was nicht wahr ist, sondern was wahr werden kann seit dem Kommen Jesu zur Erde.
Ich werde hier nicht zitieren, worin denn dieser Ungehorsam unserer ersten Eltern bestanden hat, oder wie sie denn die große Möglichkeit, Göttlich zu werden, verloren haben. Ich möchte nur sagen, als sie diese Aussicht durch ihren Ungehorsam verwirkten, wurde sie ihnen von Gott entzogen. Und Sein Dekret - dass sie an dem Tage, an dem sie den Akt des Ungehorsams begehen würden, mit Sicherheit sterben würden - wurde ausgeführt, und sie starben. Es war nicht ihr materieller Körper, der starb, auch nicht ihr spiritueller Körper, ebenso wenig ihre Seelen, denn die Menschen lebten weiter in ihrem physischen Körper für viele Jahre nach dem Tag des Ungehorsams. Ihr spiritueller Körper und ihre Seele starben niemals, denn sie leben immer noch. Aber was starb, und worauf das über sie verhängte Urteil abzielte, war die Möglichkeit, die Substanz zu empfangen, die sie Göttlich und Unsterblich gemacht hätte. Diese Möglichkeit wurde ihnen entzogen und nie wiederhergestellt während der vielen Jahrhunderte vom Augenblick ihres Todes an bis zum Kommen Jesu.
Jener Teil des Göttlichen Wesens, oder jene Göttliche Eigenschaft, die das Ziel der Möglichkeit war, und die den Menschen zu einem Teil des Göttlichen Wesens und Unsterblich gemacht hätte, war die Göttliche Liebe des Vaters, und nichts sonst. Und wenn unsere ersten Eltern aus ihrem Gehorsam diese Göttliche Liebe empfangen hätten, hätte auf Erden niemals die Sterblichkeit in Bezug auf die Seele Bestand gehabt und genauso wenig die Sünde oder das Fehlen der Einheit mit dem Vater. Aber der Ungehorsam kam, und der Tod der Aussicht, Unsterblich zu werden, folgte nach. Und der Mensch blieb bloß ein Mensch -- nur ein Abbild des Vaters und sonst gar nichts.
Durch all die langen Zeitalter hindurch hatte niemand mehr oder etwas Größeres in seinem Wesen als die natürliche Liebe, von der ich sprach. Und sogar was sie anbelangt, so missbrauchten und befleckten die Menschen sie, dass er mit der Zeit zu einem Ausgestoßenen in Bezug auf die Liebe des Vaters wurde. In anderen Worten, er (der Mensch) vergrub sie so tief unter seinem sündigen Handeln und der Verletzung jener Gesetze Gottes, die diese natürliche Liebe kontrollieren, dass es aussah, als ob der Vater ihn verlassen hätte sogar als rein menschliches Wesen.
In der Geschichte des sogenannten "auserwählten Volkes" Gottes, der Juden, scheint es auf, dass diese Leute immer wieder Gott so fremd wurden in der natürlichen Liebe, dass Menschen (die diese Liebe in einem reineren Zustand besaßen als die gewöhnlichen Leute) von Kräften der spirituellen Welt eingesetzt wurden, um das Volk zu einer Verwirklichung ihrer Pflichten Gott gegenüber aufzurufen, die aus der Gabe der natürlichen Liebe entsprangen. Keiner dieser Propheten - weder Moses noch Elias und niemand sonst - besaß die Göttliche Liebe, sondern bloß die natürliche Liebe in einem reineren Zustand als die Leute, denen sie ihre Botschaften mitteilten.
Aber in Gottes eigener Zeit und in Übereinstimmung mit Seiner Barmherzigkeit und Seinem Plan, verschenkte Er erneut an den Menschen diese große Möglichkeit, von der ich spreche, damit die Menschen wieder das Vorrecht hätten, die Einheit mit Ihm zu erreichen. Und Jesus wurde zur Erde in menschlicher Form gesandt, gezeugt und geboren wie andere Menschen auch, aber frei von Sünde, um die neuerliche Schenkung dieser Großartigen Gabe zu verkünden.
Es geschah zur Zeit des Kommens Jesu, dass die Große Gabe erneut an Sterbliche und spirituelle Wesen von Sterblichen, die damals in der spirituellen Welt lebten, verschenkt wurde. Und sie alle (spirituelle Wesen und Sterbliche) erhielten das Vorrecht, eine Einheit zu werden mit dem Vater durch den Heilsplan, den er Jesus geoffenbart hatte, den Jesus während seines Ministeriums lehrte in den wenigen Jahren seines Erdenlebens, und den er immer noch lehrt.
Es gibt keinen anderen Weg, wie die Menschen die Einheit mit dem Vater erreichen können - wie das Abbild in die Substanz verwandelt werden kann - als den Weg, den Jesus lehrte, der aber von den Menschen scheinbar nicht verstanden wurde, nachdem die Kirche eine Kirche weltlicher Macht geworden und nachdem die Schriften der Aposteln verstümmelt worden waren, und Gedanken und Wünsche der Menschen statt des Evangeliums von Frieden und Heil untergeschoben wurden.
Dennoch gibt es in Johannes' Evangelium eine Erklärung des wahren Heilsplanes, obwohl sie wenig verstanden und in den praktischen Lehren und ihrer Befolgung in den Kirchen und von ihren Mitglieder fast völlig außer Acht gelassen wird. Und zwar: "Es sei denn, daß jemand von Neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen."
Diese Worte über die Neue Geburt sind die einzigen Worte, die die wahre Doktrin der Sühne feststellen. Kein Tod Jesu am Kreuz, kein Blutvergießen oder Wegwaschen der Sünden durch das Blut, keine Begleichung einer Schuld, und kein "Glauben an den Namen des Herrn Jesus Christus" wird den Menschen in Einheit mit dem Vater bringen oder ihn geeignet machen, ein Bewohner Seines Reiches zu werden. Nur die Neue Geburt ist wirksam zu diesem Zwecke, und Jesus unterrichtete niemals einen anderen Plan, ebenso wenig tut er das heute.
Nun denn, was heißt denn Neue Geburt?
Die Menschen sind sich in ihrem Verständnis oder ihrer Auslegung nicht einig, und es wäre gegenstandslos, die verschiedenen Auslegungen aufzuzählen oder zu erklären, was die Neue Geburt nicht ist. Wichtig ist, was sie denn eigentlich bedeutet!
Wie ich schon gesagt habe, die Möglichkeit, die unseren ersten Eltern angeboten wurde, war das Vorrecht das Göttliche Wesen und die Unsterblichkeit des Vaters zu erhalten, indem sie von seinem Großen Attribut der Göttlichkeit erfüllt wurden -- der Göttlichen Liebe. Und hätten unsere ersten Eltern durch ihren Gehorsam die Vorzüge des großen Privilegs erhalten, wären sie erneut geboren worden, geradeso wie du und alle anderen Sterblichen (und spirituellen Wesen auch) jetzt neu geboren werden können.
Die Neue Geburt ist also einfach die Auswirkung des Einfließens dieser Göttlichen Liebe des Vaters in die Seele des Menschen, und das Verschwinden von allem, was zu Sünde und Irrtum leitet. Wenn die Göttliche Liebe Besitz ergreift von der Seele, verschwinden Sünde und Irrtum. Sie (die Seele) erlangt eine Qualität wie die Große Seele des Vaters. Und weil die Seele des Vaters Göttlich und Unsterblich ist in Ihrer Qualität der Liebe, so wird auch die Seele des Menschen Göttlich, wenn sie von dieser Qualität der Liebe erfüllt ist (wobei die Seele der Mensch ist). Dann wird das Abbild zur Substanz, der Sterbliche wird Unsterblich, und die Seele des Menschen, was die Liebe und Hoffnung anbelangt, wird ein Teil der Göttlichkeit des Vaters.
Jesus kam also zur Erde, um diesen Heilsplan zu verkünden und auch die neuerliche Schenkung der Großen Gabe der Möglichkeit für die Seele. Das war seine Mission und nichts anderes. Wie sich die Leser der Bibel in Erinnerung rufen werden -- und das ist eine Wahrheit - als Jesus getauft und gesalbt wurde, und auch als er am Berg der Verklärung war, erklärte die Stimme Gottes (so wie es geschrieben steht), dass Jesus sein lieber Sohn sei und forderte von den Menschen, "den sollt ihr hören!" Nicht zu glauben, dass er kam, um am Kreuz zu sterben, nicht zu glauben, dass sein Blut die Sühne zustande bringen würde, nicht zu glauben an ein stellvertretendes Sühneopfer, oder dass Gott im "Zorn" ein Opfer verlangte, sondern nur "den sollt ihr hören!" Und in all seinen Lehren unterrichtete Jesus niemals irgendetwas von dem oben Angeführten, sondern nur die Neue Geburt, wie ich sie erklärt habe. Das ist das einzig Notwendige für die wahre Sühne, und Jesus lehrt das noch immer so.
Er lehrte auch Wahrheiten der Moral, die das Benehmen und die zwischenmenschlichen Beziehungen betrafen, und die Beziehung des Menschen in seinem natürlichen Zustande zu Gott; aber keine dieser Morallehren war ausreichend, um die Große Einheit zuwege zu bringen. Es besteht kein Zweifel, dass die Beachtung vieler dieser Morallehren und das Verhalten des Menschen gegenüber Gott dazu beitragen werden, die Menschen zu einer Suche nach der höheren Liebe des Vaters zu bewegen und zu helfen, dass ihre Seelen in jenen Zustand kommen, der es dieser Großen Liebe leichter machen wird, in sie einzufließen. Aber diese Morallehren über Verhaltensregeln werden nicht aus sich selbst heraus ausreichen, um die Neue Geburt zu bringen und damit die Einheit.
Nun, Jesus lehrte nicht nur die Notwendigkeit der Neuen Geburt, sondern zeigte auch den Weg, wie diese erhalten werden konnte. Und dieser Weg ist geradeso einfach und leicht verständlich wie die Neue Geburt selbst. Er lehrte, und lehrt jetzt noch immer, dass durch das ernste Gebet zum Vater und durch den Glauben (der alle Bestrebungen und die Sehnsucht der Seele zu einem wahren Dasein bringt) und durch den Heiligen Geist (der der Bote der Liebe des Vaters ist, oder dasjenige, was die Göttlich Liebe herbeibringt) diese Liebe in die Seelen der Menschen einfließen wird als Antwort auf solche Gebete. Und durch diesen Glauben werden die Menschen Ihre Anwesenheit bemerken; und auf diesem Weg, und nur auf diesem Weg, werden die Menschen die Neue Geburt empfangen.
Das ist eine völlig individuelle Angelegenheit. Ohne das persönliche, ernsthaft Gebet des Bittstellers, und ohne Glauben, der mit der Liebe kommt, kann niemand die Neue Geburt empfangen. Keine Kirchenzeremonie, kein Auflegen der Hände oder Messen für die Seelen der Toten werden wirksam sein, um den Menschen oder das spirituelle Wesen zu einem neuen Geschöpf Gottes zu machen.
Was ich geschrieben habe, ist die Bedeutung der wahren Sühne, wie sie der Meister lehrte, und wie sie von allen Erlösten des Vaters verstanden wird, die jetzt in Seinen Göttlichen Himmeln leben. Und es ist keine andere Sühne möglich.
Ich habe genug geschrieben und hoffe, ich habe die wahre Erklärung der Göttlichen Sühne allen Menschen verständlich gemacht. Wir, die wir Bewohner der Göttlichen Himmel sind, kennen die Wahrheit meiner Erklärung, sowohl aus der persönlichen Erfahrung als auch aus der anderen Tatsache, die kein geistliches Wesen im ganzen Universum leugnen kann: dass nur diejenigen, die diese Göttlich Liebe des Vaters in ihren Seelen in ausreichender Menge erhalten haben, in den Göttlichen Himmel wohnen können. Alle anderen spirituellen Wesen, ganz gleich woran sie glauben, leben in den niedrigeren Spirituellen Sphären und können die Göttlichen Himmel nicht betreten, wenn sie nicht die Neue Geburt suchen und erhalten, die Jesus lehrte und noch immer lehrt.
Also, mein lieber Bruder, genug des Schreibens, ich wünsche dir eine gute Nacht.
Dein Bruder in Christus,
Lukas.
Die wahre Bedeutung der Sühne.
Ich bin hier, Jesus.
Ich werde dir ein paar Zeilen schreiben, weil ich das Verlangen habe zu bestätigen, was Lukas so klar erklärt hat, was denn die wahre Sühne sei.
Er hat den wahren Plan Gottes für die Erlösung der Menschheit aufgezeigt - das heißt, sie in die richtige Beziehung zum Vater zu bringen, die unsere ersten Eltern innehatten, und die ihnen wegen ihres Ungehorsams entzogen und nie wiederhergestellt wurde bis zu meinem Kommen. Die Menschen müssen die wahre Bedeutung des großen Plans für ihr Heil kennenlernen, dass sie eine Einheit werden mit dem Vater in Seiner Göttlichen Natur,. Es ist kein anderer Plan bereitgestellt worden, und kein anderer Weg steht den Menschen offen, um dieses Göttliche Wesen des Vaters und die Unsterblichkeit zu empfangen.
Die natürliche Liebe des Menschen - das heißt, die Liebe, die Gott den Menschen bei der Schöpfung unserer ersten Eltern verliehen hat - ist eine reine Liebe und in Harmonie mit den Gesetzen Gottes und dem Wirken des Universums, und sie muss wieder in ihrer kristallklaren Reinheit hergestellt werden, damit der Mensch in Harmonie mit Gott gelangt, was die Gesetze für ihre Kontrolle angelangt. Und um in diese Harmonie zu kommen, müssen die Menschen frei von allen Verletzungen der Gesetze Gottes werden in ihrem Verhalten zu Ihm und zu ihrem Nächsten. Viele meiner Lehren zielten tatsächlich darauf ab, diese Harmonie zustande zu bringen.
Es gibt eine Goldene Regel. Und wenn diese große Lehre im Verhalten der Menschen zueinander beachtet wird, wird sie dazu neigen, die Harmonie herzustellen; denn für den Menschen ist das Wichtigste sein eigenes Glück. Und wenn ein Mensch anderen tut, wie er will, dass andere ihm tun, wird er zu jener Verhaltensweise und jener korrekten zwischenmenschlichen Beziehung fortschreiten, die Harmonie und eine Beachtung jener Forderungen der Gesetze Gottes bringt, die diese Beziehung regeln.
Aber die Einhaltung der zwischenmenschlichen Verhaltensregeln oder die Wiedererlangung der Reinheit der natürlichen Liebe wird nicht die große Aussöhnung mit Gott im Göttlichen Sinne bringen - das heißt, den Menschen zu einer Einheit mit dem Vater in Seiner Göttlichkeit und Unsterblichkeit machen.
Und nun sehe ich und verstehe ich, warum meine großen Lehren über die Göttliche Sühne von den Menschen nicht als so wichtig erachtet wurden, nachdem meine ersten Jünger gestorben waren, wie die Lehren, die sie in ihrem Verhalten zueinander kontrollierten - das heißt, was man meine Morallehren nennen kann.
In jenen Tagen dachte die große Mehrzahl der Menschen, die sich zu meinen Lehren bekannte, wie sie in der Bibel stehen, die die Kirche sich zu Eigen machte, mehr an Belohnungen und Glück, die zu ihnen im Erdenleben kommen würden, als an jene, die nach ihrem Tode zu ihnen kommen würden - genauso wie die Juden gedacht hatten während all der langen Jahre vor meinem Kommen. Diese Lehren waren bloß irdische Regeln; und derartige Vorschriften, ob sie nun aus dem Alten Testament oder aus anderen Lehren stammten, die von ihnen anerkannt wurden, das Verhalten als reine Sterbliche zu regeln, waren ihnen wichtiger als die Lehren, die ihnen den Weg zum Gottesreich zeigten.
Und als die Kirche, die meine Apostel gründeten, unter die Kontrolle und Leitung der Menschen kam, denen nur weltliche Interessen am Herzen lagen, wurde mehr Wert auf jenes gelegt, was (wie die Kirchenfürsten dachten) die Menschen dazu bringen würde, sich so zu verhalten, dass die Macht und der Einfluss der Kirche stieg. Und deswegen wurde die große Wahrheit der Neuen Geburt vernachlässigt, und vom Heil erklärte man, dass es durch jene Mittel erlangt werden könnte, die leichter von den Kirchenorganen für ihre Zwecke ausgenutzt werden konnten. In anderen Worten, das Heil wurde zu etwas, das von der Kirche abhing und nicht von der einzelnen Person. Du siehst also den großen Schaden, der von diesen Lehren zugefügt worden ist, und welch große Macht die Kirche erlangte.
Das Heil ist etwas zwischen Gott und dem Individuum, und es kann nur dann erhalten werden, wenn das Individuum zu einer Einheit mit dem Vater wird, der sich nicht um die Lehren der Kirche kümmert, oder des Menschen, wenn diese Lehren die Seele des Menschen nicht in Harmonie mit Ihm bringt. Ich sage "kümmert sich nicht," aber das drückt nicht genau das aus, was ich meine. Gott kümmert es schon, wenn seinen Geschöpfe falsche Doktrinen gelehrt werden, und Er wartet und sehnt sich danach, jedem einzelnen Menschen seine Göttliche Liebe zu schenken. Aber sogar Er kann nicht, oder wird nicht, eine Schenkung vornehmen, wenn die Menschen nicht dem Plan folgen, den er vorgeschrieben hat. Und Er hätte keinen anderen Plan anwenden können; denn der einzige Weg, wie die Menschen eine Einheit mit Ihm werden können, ist, sozusagen, ein Teil von Ihm zu werden, indem sie an Seinem Wesen und Seinen Attributen teilhaben. Und wenn die Seele des Menschen vom Vater nicht diese Qualitäten erhält, kann sie niemals eine Einheit mit Ihm werden.
So wie Lukas sagte, mein Tod oder Blut oder ein vermeintliches stellvertretendes Sühneopfer konnten die Seele des Menschen nicht zum Besitzer der Göttlichen Liebe des Vaters machen, denn sie konnten den Menschen nicht in jene Beziehung zum Vater bringen, die die Seele des Menschen dazu bewegte, sich dem Einfließen dieser Liebe zu öffnen. Niemand soll annehmen, dass er durch den bloßen Glauben an mich als den Sohn Gottes und Heiland der Welt, oder dass ich für ihn gestorben wäre, in eine Einheit mit dem Vater kommen kann; denn das ist nicht wahr und hat der Menschheit großen Schaden zugefügt.
Nur die reinen, ehrlichen, ernsthaften Bestrebungen der Seele eines Menschen um diese Große Liebe des Vaters können jemals die wahre Sühne zuwege bringen, die notwendig ist, damit jener Mensch zu einem Teil der Göttlichkeit des Vaters wird und teilhat an Seinem Göttlichen Wesen.
Ich habe genug geschrieben und werde nun aufhören.
Dein Bruder und Freund,
Jesus.
Der Glaube in den Kirchen in die Wirksamkeit des stellvertretenden Sühneopfers hat der Menschheit viel Schaden zugefügt.
Ich bin hier, Johannes.
Ich möchte heute Nacht über ein Thema schreiben, das wichtig für die Mitglieder der orthodoxen Kirchen ist, über den Glauben an die Wirksamkeit des "Sühneopfers" Jesu durch seinen Tod und die Kreuzigung.
Alle Orthodoxen glauben, ihre Prediger und Evangelisten lehren in ihren Predigten und Ansprachen, und die Lehrer der Bibelklassen instruieren ihre Studenten, dass das Blut Jesu und sein Tod am Kreuz die beiden Faktoren seiner Laufbahn auf Erden waren, die die Menschen von ihren Sünden erlösten und die große Strafdrohung des Tod abwendete, die über ihnen schwebte wegen des ersten Ungehorsams der Menschen und der Sünden, die aus ihm folgten.
Nun gut, diese Doktrin hat den Glauben und die Lehren der Kirche immer schon beherrscht, seit die Kirche auf der Konvention etabliert wurde, die auf Befehl Konstantins zusammentraf (Die Konvention bezieht sich auf das Konzil von Nicäa, das 325 A.D. abgehalten wurde - ed.). Damals wurden die Bücher von der Kirche kanonisiert, die heute in der Bibel enthalten sind. Vor dieser Zeit glaubten einige der frühen Kirchenväter an die Doktrin der Sühne, wie sie oben dargelegt wurde, und die Streitgespräche zwischen ihnen und anderen, die diese Doktrin nicht unterschrieben, waren sehr erbittert und bisweilen sehr unchristlich - im Vergleich zum Christentum, das unter den ersten Jüngern des Meisters herrschte oder verglichen mit seinen Lehren.
Von damals an bis heute wurde diese Doktrin von den meisten Kirchen angenommen und daran geglaubt (obwohl Abspaltungen von der großen Römischen Kirche stattgefunden haben, und Reformen von Kirchen eingeführt wurden, die sich auf denselben gründeten), ganz gleich welchen Namen sie angenommen haben oder welche Verwaltungsform sie vorschrieben.
Diese Doktrin liefert die Basis für die Grundprinzipien dieser verschiedenen Körper kirchlicher Entitäten. Und heute stellen diese Prinzipien immer noch einen Teil des Glaubens und der Lehren der Kirchen dar wie während all der Jahrhunderte, die inzwischen vergangen sind.
Natürlich sind mit dieser Kardinaldoktrin auch gewisse andere Prinzipien in den Glauben und die Lehren eingegliedert worden, die mehr die individuellen Kirchenangehörigen betreffen als den Kirchenkörper selbst. Ich meine den Glauben in die Wahrheit, dass es eine enge Beziehung zwischen Gott und jedem Einzelnen gibt, die durch das Gebet und die Seelensehnsüchte für das Einfließender Liebe Gottes und für die Regeneration der Natur des Menschen durch den Einfluss dieser Liebe des Vaters hergestellt werden kann.
Aber in letzter Zeit ist diese Wahrheit von vergleichsweise Wenigen gekannt worden, und wenige haben ihre Wirkung erfahren von denjenigen, die sich orthodoxe Christen nennen. Die große Mehrheit hing vom Glauben an die Doktrin ab, dass Jesus durch sein Opfer und seinen Tod eine vermeintliche Schuld des Menschen an Gott beglich. Dementsprechend glauben diese Kirchenmitglieder verstandesmäßig an Jesus und anerkennen ihn als ihren Heiland, weil er diese vermeintliche Schuld bezahlte und durch das Vergießen seines Blutes ihre Sünden wegwusch und sie in Einheit mit dem Vater brachte; außerdem rettete er sie angeblich vor dem "Zorn" des Vaters und machte sie gleichzeitig zu wahrhaftig erlösten und anerkannten Kindern Gottes. Sie glauben weiters, dass sie, solange sie diesen Glauben behalten und ihre Pflichten als Mitglieder der Kirche und deren Anordnungen erfüllen, gerettet wären und geeignet, um den Himmel und die Gegenwart Gottes zu genießen.
Sie glauben auch, wenn ein Mensch Jesus nicht als seinen Heiland in der Weise anerkennt, wie ich sie erwähnte, sei dieser Mensch auf ewig verloren, und (im Glauben und den Lehren einiger dieser Mitglieder) er würde in die Hölle verbannt, um auf ewig verdammt zu sein und gequält zu werden.
Nun, eine Ansicht dieser Doktrin ist geradeso wahr wie die andere, oder vielmehr so unwahr, weil beide Glaubensphasen tatsächlich einer Grundlage entbehren und nicht im Einklang mit den Lehren des Meisters stehen. Sie sind auch nicht in Übereinstimmung mit der Tatsache, wie ich sie kenne - nicht aus reinem Glauben heraus sondern aus persönlicher Erfahrung und Beobachtung.
Wie die reinen Lehren des Meisters nur entstellt und zu einem Mittel gemacht worden sind, das so viele menschliche Seelen daran hindert, den Himmel der Seligkeit zu erreichen, nach dem sie sich so sehnen, und von dem sie dachten, dass er ihnen gehören würde, wenn sie ihr irdisches Leben aufgäben!
Diese Doktrin, an die so lange geglaubt worden ist, hat die Verdammnis von so manchem Menschen bewirkt, was seine Seelenentwicklung anbetrifft, dass er keine Einheit wurde mit dem Vater, und dass er die Himmel nicht erreichte, die für jene vorbereitet stehen, die jenen Seeleneinheit mit dem Vater erhalten.
Ich weiß, dass es einigen überraschend vorkommen wird, die wirklich an diese Doktrin glauben und (wie sie meinen) an die Wahrheiten Gottes und die Lehren Jesu, von denen man denkt, dass sie unfehlbar in der Bibel enthalten sind, wenn ich hier die Falschheit dieses Glaubens verkünde und seine völlige Unwirksamkeit, um diese ehrlichen Leute erlangen zu lassen, was sie sich so ernstlich ersehnen.
Aber das ist die Wahrheit; und die Wahrheit ändert sich nie, sie geht nie Kompromisse ein mit der Unwahrheit und lässt nie zu, dass der falsche Glaube eines wirklich ehrlichen Sterblichen auch nur ein Jota von den Folgen und Konsequenzen jenes falschen Glaubens abwendet. Und der große Schaden, den diese falsche Doktrin der Menschheit zugefügt hat, und auch jetzt noch zufügt, wird in der Zukunft weiterbestehen, bis der Glaube an die Wahrheit den Glauben an das Falsche verdrängt. Daher wird nicht jeder der da sagt: "Herr, Herr" in das Himmelreich eingehen.
Dieser falsche Glaube hat auf zwei Arten gewirkt, um dem Menschen zu schaden und ihn ungeeignet zu machen, das Reich zu betreten: zum Ersten, durch den Glauben, der den Schaden verursacht aus der positiven Wirkung des Irrtums (was arg ist); und dann, durch das Fehlen des Glaubens an die Wahrheit, was den Fortschritt in der Aneignung jener Qualitäten verhindert, die zur Wahrheit gehören und einen notwendigen Teil von dieser bilden.
Wenn die Menschen an die Doktrin glauben, die ich angeführt habe, geben sie sich sie zufrieden und (wissentlich oder auch nicht) bleiben in einem Zustand falscher Sicherheit, wobei sie nicht versuchen, jene Qualitäten der Seele zu entwickeln, die die einzigen sind, die in Beziehung zu Gott stehen. Ihr verstandesmäßiger Glaube ist stark und kann an Stärke zunehmen, aber ihre Seelenkommunion mit dem Vater und das Wachstum und die Erweiterung in ihrer Seelenentwicklung stagniert und stirbt sozusagen.
Das ist der große Schaden, den dieser Glaube dem Menschen und dem spirituellen Wesen zufügt -- ich meine, in seiner individuellen Kapazität, denn man muss als Wahrheit kennen, dass das Heil des Menschen oder sein Seelenfortschritt zu einer Einheit mit dem Vater eine rein individuelle Angelegenheit ist. Die Menschen werden als Gruppe oder Kirchengemeinschaft nicht von der Sünde erlöst; als solche können sie auch keine Beziehung zum Vater haben oder Seine Göttliche Liebe empfangen, die das einzige Heil darstellt.
Es gibt nur einen möglichen Weg, wie der Mensch in Einklang und Einheit mit dem Vater kommen kann und dadurch geeignet wird, die Wohnungen in seinem Reich zu bewohnen, oder sich an ihnen zu erfreuen, von denen Jesus auf Erden gesprochen hat, und das ist der Weg, der die Seele des Menschen wie die Seele des Vaters macht und teilhaben lässt an Seinen Göttlichen Qualitäten der Liebe und des Lebens. Kein Glaube, der nicht diese Vereinigung und Gemeinsamkeit, sozusagen, zustande bringt, kann je erreichen, dass die Seele des Menschen teilhat an diesen Qualitäten, die Teil der Seele Gottes bilden.
Dann sollen sich die Menschen einmal durch den Kopf gehen lassen, was es denn für einen möglichen Zusammenhang gibt zwischen diesen Qualitäten der Seele Gottes und dem Tod und Blut Jesu.
Gott ist der Schöpfer von Leben und Tod und auch von Blut und Fleisch, und Er kann zerstören sowie erschaffen. Hätten die Sünden der Menschen nach einem Opfer verlangt, das rein aus Fleisch und Blut bestand oder in der Auslöschung eines Lebens, das Gott erschaffen hatte, um die Strafe für jene Sünde zu begleichen, dann wäre doch ein Gott, Der eine derartige Bezahlung verlangte (und das schließt natürlich ein, dass solch ein Gott "voll Zorn" war und nur durch etwas "besänftigt" werden konnte, was er nicht von oder durch Sich selbst erhalten vermochte) unmöglich zufrieden mit etwas, was er geschaffen hatte, über das er noch immer völlige Kontrolle ausübte, und was er zerstören und aus der Welt schaffen konnte, wann immer es ihm gefiel.
Das Leben Jesu war schon ein Besitztum Gottes. Als er dieses Leben übergab, erstattete er Gott nichts, was Er nicht schon besaß und nehmen hätte können. Und als das Blut am Kreuz floss, war es nicht das Blut, das Gott jederzeit und auf jede Weise hätte fließen lassen können?
Die Unsinnigkeit so einer Doktrin ist also zu offensichtlich, um sie ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Die logische Bedeutung dieser Doktrin stellt fest, dass Gott eine während langer Zeit offen geblieben Schuld einforderte, dass Er "voller Zorn" und "unersättlich" war, und dass er nur durch den Tod eines Lebewesens und das Vergießen seines Blutes zufriedenzustellen war - jener Tod und das Blutvergießen auf eine einzige Weise nur; nämlich am Kreuz. Und obgleich diese "Forderung" sich über Jahrhunderte durch die Zeiten zurückerstreckte, unbarmherzig und unerbittlich, war Er zufrieden, und Sein Zorn beruhigte sich, als er Sein Eigenes Geschöpf sterben sah -- und dieses Geschöpf war Sein lieber Sohn. Und als er dann das Blut des Geschöpfes vom hölzernen Kreuz träufeln hörte, wobei das Leben und das Blut bereits Ihm gehörten und er es erhalten oder zerstören konnte, wie es Ihm gerade richtig erschien, kam der Mensch in Einheit mit Ihm.
Wenn man diese Behauptung auf seine Grundaussage zurückführt, kommt das Folgende heraus: Gott akzeptierte etwas als Begleichung einer offenen Schuld, was bereits Ihm gehörte, und was keine Macht oder kein Wesen in Seinem gesamten Universum Ihm hätte streitbar machen können.
Nun, ich sage das alles respektvoll, wie eure Prediger sagen, aber Tatsache ist, das die bloße Behauptung einer derartigen Doktrin, wie ich sie gerade behandelt habe, so gotteslästerlich ist, dass keine Behandlung, die man ihr zukommen lässt, um ihre Falschheit aufzudecken, respektlos sein könnte.
Und noch einmal: zu glauben, dass Gott "verlangte", dass Jesus speziell am Kreuz sterben sollte, um Seinen "Plan" für eine besondere Todesart auszuführen, die die Zahlung "befriedigend" machen würde, ist so offensichtlich unsinnig, dass sich alle spirituellen Wesen im Reiche des Vaters fragen, wie denn die Sterblichen so ein unvernünftiges Dogma glauben können!
Um dieser absurden Behauptung bis zu ihrem logischen Schluss zu folgen, war es nicht nur notwendig, dass Jesus am Kreuz starb, um die Schuld zu begleichen, sondern auch dass Judas zum Verräter wurde, dass die Juden nach seinem Tod schrien, und dass Pilatus das Urteil aussprach. Das alles war also vermeintlich notwendig für die zufriedenstellende Bezahlung der Schuld. Aber wenn das so wäre, warum sind dann Judas und Pilatus und die Juden nicht auch Erlöser der Menschheit - wenn auch, wie ihr sagt, im zweitrangigen Sinne? Jesus hätte nicht um seinen eigenen Tod schreien können oder sein eigenes Kreuz errichten, oder sich selbst ans Kreuz nageln, oder seine Flanke mit einem Speer durchbohren, damit Blut floss. Wenn er das getan hätte, wäre er doch ein Selbstmörder gewesen. Aber vielleicht wären dann mehr Elemente einer Schuldbegleichung in dieser Methode gelegen als in der Weise, wie er wirklich zu Tode gebracht wurde.
Ich, Johannes, der den Meister mehr als alle anderen liebte, und der im näher stand; der bei ihm war, als er ans grausame Kreuz geschlagen wurde (woran ich mit Entsetzen denke), und der unter den ersten war, um seinen Körper vom Baum zu nehmen und zuerst sein Blut auf meinen Händen spürte, sage dir, dass der Tod Jesu am Kreuz überhaupt keine Schuld beglich, die der Mensch Gott schuldete. Genauso wenig wusch sein Blut die Sünden von irgendjemand weg. Und das Traurige an all dem ist, dass die Sterblichen während all der langen Jahre glaubten, dass sie durch sein Opfer und Blut gerettet wurden, und durch diesen Glauben sind sie dem Meister kein Bisschen nähergekommen oder in Einheit mit dem Vater!
Wie ich und andere dir geschrieben haben, ist der einzige Weg, wie der Mensch von seinen Sünden erlöst werden und in Einheit mit dem Vater kommen kann, die Neue Geburt -- die der Meister dir so beschreiben hat: Sie ist das Ergebnis des Einfließens der Göttliche Liebe des Vaters in die Seele eines Menschen, und das Verschwinden von allem, was zur Sünde und zum Irrtum leitet. Wenn diese Liebe in die Seele eines Menschen fließt, durchdringt sie diese Seele wie die Hefe einen Schub Teig; und jene Seele hat Teil an der Göttlichen Liebe, und dadurch wird sie wie der Vater in Seinem Göttlichen Wesen, und geeignet, in seinem Reich zu wohnen.
Jetzt kannst du leicht sehen, dass es keine mögliche Beziehung zwischen dem Tod Jesu am Kreuz und seinem Blut zur Tatsache geben kann, dass die Seele eines Menschen jene Göttlichen Qualitäten empfängt, die zum Wesen des Vaters gehören. Diese Qualitäten werden dem Menschen nicht durch Tod und Blut sondern durch Leben und Liebe geschenkt, und durch den Glauben, der mit der Liebe kommt. Und hier, wenn ich Glaube sage, meine ich nicht eine rein verstandesmäßige Gläubigkeit, von der ich gesprochen habe.
Wie wir dir schon zuvor geschrieben haben, als die ersten Eltern erschaffen wurden, erhielten sie nicht diese Göttliche Liebe -- nur die bloße Möglichkeit, Sie zu erlangen, indem sie danach auf dem Weg suchten, den Gott vorbereitet hatte. Sie wurde ihnen nicht aufgezwungen, sondern es war ihnen freigestellt, ob sie Sie erhielten oder nicht, und ob sie die Eignung erreichten, im Himmelreich zu wohnen. Als sie ihre Tat des Ungehorsams verübten, verwirkten sie dieses Vorrecht, starben (in Bezug darauf), und blieben ohne Vermittler zwischen sich und Gott. Und hiermit meine ich nicht einen Vermittler im Sinne der Begleichung einer Schuld, denn sie schuldeten Gott nichts. Sie waren bloß, wie ihr Sterbliche sagen mögt, enterbte Kinder. Und der einzige Vermittler, den die Menschen danach benötigten, war jemand, durch den die glorreiche Botschaft käme, dass der Vater seinen Willen geändert hätte oder den Ungehorsam verziehen hätte in dem Maße, dass er Sein ursprüngliches Angebot -- das Vorrecht Seine Göttliche Liebe in ihren Seelen zu empfangen -- wiederherstellte. Und in diesem Sinne gab es nie einen Mittler zwischen Gott und den Mensch, bis Jesus kam und den Menschen verkündete, dass der Vater Seinen Willen geändert und der Menschheit das große Privileg, teilzuhaben an Seinem Göttlichen Wesen und der Unsterblichkeit, wieder gewährt habe.
So wie also alle Menschen im ersten Menschen, Adam, starben, so wurden alle Menschen im Menschen Jesus wieder zum Leben erweckt. Und Jesus war nicht nur der Mittler, indem er die neuerliche Schenkung an den Menschen dieser Großartigen Gabe der Göttlichen Liebe und Unsterblichkeit verkündete, sondern auch indem er den Weg zeigte, wie die Menschen suchen könnten und müssten nach der Gabe, um Sie zu besitzen. Die Große Gabe Gottes an die Menschen war nicht Jesus, sondern vielmehr die Möglichkeit, die Göttliche Liebe des Vaters zu erhalten und somit Göttlich zu werden und geeignet, in den Wohnungen des Himmelreiches zu leben. Und dadurch wurde Jesus die Auferstehung und das Leben und brachte die Unsterblichkeit ans Licht.
Wieviel größer ist doch ein Heiland dieser Art als einer, der eine angebliche Schuld durch seinen Tod und sein Blut bezahlt! Nein, er ist der Heiland des Menschen durch sein Leben und seine Lehren, denn er war der Erste, der diese Göttliche Liebe empfing und somit selbst Göttlich wurde. Und dadurch wurde er zur ersten Frucht der Auferstehung.
Wir haben dir zuvor schon einige der Wahrheiten ausführlich erklärt, die ich in dieser Botschaft darlegte, und es ist nicht nötig, dass wir uns weiter damit auseinandersetzen.
Abschließend möchte ich mit all dem Nachdruck feststellen, den ich besitze, und der aus einer Kenntnis stammt, die sich auf den Lehren des Meisters gründet, und aus meiner eigenen, persönlichen Erfahrung (als Besitzer dieser Göttlichen Liebe und Teilhaber des Göttlichen Wesens des Vaters), dass kein stellvertretendes Sühneopfer Jesu, und auch kein Vergießen seines Blutes irgendjemand von den Sünden erlöst oder ihn zu einem erlösten Kind des Vaters macht oder ihn eignet, ein Heim in den Wohnungen der Göttlichen Sphären zu finden.
Mit einer Liebe, die nur von einer erlösten und Göttlichen Natur kommen kann, liebe ich die ganze Menschheit, und ich arbeite daran, ihr zu helfen, den Weg zum Leben und zur Unsterblichkeit zu finden, und zum Glück weit über das Vorstellungsvermögen der Sterblichen oder spirituellen Wesen hinaus, die noch nicht diese Neue Geburt der Göttlichen Liebe des Vaters empfangen haben.
Ich habe für heute Nacht genug geschrieben, und du bist müde.So, mein lieber Bruder, mit all meiner Liebe und dem Segen eines Herzens, das von der Liebe des Vaters erfüllt ist, bin ich Dein Bruder in Christus,
Johannes.
Paulus weist das stellvertretende Sühneopfer zurück.
Ich bin hier, Paulus.
Ja, ich bin hier, und ich möchte nur ein paar Worte sagen. Das Buch über das "stellvertretende Sühneopfer", das du gerade gelesen hast - über das Lösegeld und das Blut Jesu und das Opfer am Kreuz - ist völlig falsch, und du darfst nicht glauben, was es sagt.
Nun, ich weiß, dass die Bibel mir die Lehren darüber zuschreibt, aber ich lehrte das niemals. Und ich sage dir jetzt, wie ich dir vorher schon gesagt habe, dass man sich bei der Bibel nicht darauf verlassen kann, das zu enthalten, was ich wirklich schrieb; denn es gibt viele Einfügungen zu dem, was ich schrieb, und viele Auslassungen dessen, was ich schrieb. Und genauso geschah es mit den anderen, deren Namen als Autoren des Neuen Testaments angeführt sind.
Vieles, was in jenem Buch enthalten ist, wurde nie von seinen angeblichen Autoren geschrieben. Keine unserer Schriften existiert mehr, und sie verschwanden schon vor vielen Jahrhunderten. Als diese kopiert und Abschriften der Kopien angefertigt wurden, erfolgten große Einfügungen und Streichungen, und zuletzt wurden dann noch Doktrinen und Dogmen eingeschoben, an die wir niemals glaubten, oder über die wir jemals schrieben.
Ich muss das jetzt sagen und ich möchte meine Erklärung mit allem Nachdruck feststellen, der aus der Überzeugung und der Kenntnis der Wahrheit kommt, die ich besitze: Jesus beglich niemals eine Schuld des Menschen durch seinen Tod oder sein Blut oder ein vermeintliches stellvertretendes Sühneopfer.
Als Jesus zur Erde kam, wurde ihm sein Auftrag entsprechend seiner Seelenentwicklung mitgeteilt. Und erst bei seiner Salbung war er voll qualifiziert, seinen Auftrag oder die Arbeit, die daraus folgte, in Angriff zu nehmen.
Seine Mission bestand aus zwei Teilen; nämlich: der Menschheit zu erklären, dass der Vater die Göttliche Liebe neuerlich geschenkt hatte, die Adam (oder die ersten Eltern) verwirkt hatten, und zweitens, dem Menschen den Weg zu zeigen, wie er jene Liebe erhalten konnte, sodass Ihr Besitzer zu einem Teilhaber des Göttlichen Wesens würde und Unsterblich.
Jesus hatte keinen anderen Auftrag als diesen. Und jegliche Erklärung seitens Prediger, Lehrer, Kirchendoktrinen, Dogmen oder durch die Bibel, dass sein Auftrag anders gewesen sei, als ich es darstellte, ist falsch. Ich möchte ausdrücklich betonen, dass er niemals erklärt hat, zur Erde gekommen zu sein, um irgendein Lösegeld für die Menschheit zu zahlen, oder sie durch seinen Tod am Kreuz zu retten, oder sie auf irgendeine andere Weise zu retten als dadurch, sie zu lehren, dass die Große Gabe (oder Vorrecht, die Unsterblichkeit zu erlangen) ihnen geschenkt worden sei, und dass sie Sie mittels des Gebetes und des Glaubens erhalten könnten.
Der Autor des Buches liegt mit seinen Theorien völlig falsch. Aber wenn du die Darstellungen in der Bibel als richtig annimmst, dann präsentiert er die Schriften sehr eindringlich. Trotzdem, die Schriften enthalten nicht die Wahrheit über den Gegenstand, außer im Falle der Neuen Geburt, die Jesus lehrte. Und nachdem das so ist, müssen seine Auslegungen und Theorien zusammenbrechen. Eines Tages, und das schon bald, wird er in die spirituelle Welt kommen und ein Aufwachen erleben, das ihm viel Leid und Gewissensbisse bereiten wird wegen seiner Lehren falscher Doktrinen, die sein Buch enthält.
Ich hatte nicht vor, einen so langen Brief zu schreiben, als ich anfing, aber deine Fragen verlangten Antworten, und ich konnte dir die Antworten nicht auf kleinerem Raume erteilen.
Aber nichtsdestotrotz, wenn du aus dem, was ich dir geschrieben habe, Nutzen ziehen kannst, dann war es die Mühe wert.
Ich muss jetzt Schluss machen, aber ich komme irgendwann einmal wieder.
Dein Bruder in Christus,
Paulus.
Petrus bekräftigt, was Paulus über das stellvertretende Sühneopfer schrieb.
Ich bin hier, Petrus der Apostel.
Ich schreibe dir, um zu bekräftigen, was Paulus sagte - sowohl bezüglich der Fehler des Autors des Buches, das du gelesen hast, als auch in Bezug auf die Bibel, auf der er seine Argumente und Schlüsse basiert.
Es gibt einige Episteln, die mir zugeschrieben werden, und ich schrieb wirklich einige Briefe an die Mitglieder der Kirche, über die ich die Aufsicht hatte. Aber so wie die Episteln in der Bibel enthalten sind, sind sie falsch und in Konflikt mit meinem Glauben in vielen Einzelheiten, damals geradeso wie heute; und ich schrieb niemals derartig widersprüchliche Erklärungen. Ich schrieb niemals, dass Jesus ein Lösegeld für die Menschheit zahlte, oder dass sein Tod am Kreuz die Menschen vor dem Tod errettete, den sie von Adam geerbt hatten, oder irgendetwas anderes in der Art, was nahelegte, dass die Menschen durch eine Handlung Jesu gerettet wurden, die den "Zorn" Gottes besänftigte oder, wie der Autor sagt, "die Göttliche Gerechtigkeit zufriedenstellte".
Die Gerechtigkeit stellte kein Element im Heilsplan für den Menschen dar -- nur die Liebe und Barmherzigkeit und der Wunsch des Vaters, dass die Menschen mit ihm ausgesöhnt werden; das heißt, dass sie zu Ihm kommen und die Große Gabe Seines Göttlichen Wesens empfangen. Weder das Vergießen des Blutes Jesu noch dessen Tod noch ein stellvertretendes Sühneopfer hätten das verwirklichen können, denn nichts von dem konnte die Seelenentwicklung eines Menschen beeinflussen. Die Seelenentwicklung ist eine individuelle Angelegenheit, und kann nur erreicht werden, wenn der Mensch die Große Gabe der Göttlichen Liebe sucht, sie in seiner Seele empfängt und sie entwickelt. Dann wird er zu einem Teilhaber des Göttlichen Wesens, und eine Einheit mit dem Vater.
Wie beklagenswert ist es, dass die Menschen die Irrlehre der Blutsühne unterrichten! Wieviel Schaden dies doch der Menschheit zufügt -- und den spirituellen Wesen ebenso. Denn viele kommen in die spirituelle Welt und sind so fest im Glauben an diese Doktrin verankert, dass sie häufig Jahre hindurch in jenem Zustand des Glaubens bleiben. Das verursacht eine Stagnation ihres Seelenfortschritts und verzögert das Erreichen einer Kenntnis von der Wahrheit beträchtlich.
Wenn dieser Autor in die spirituelle Welt kommt, wird er zweifellos die Strafe für seine irrigen Lehren bezahlen müssen. Und sehr wahrscheinlich wird die Strafe darin bestehen, sie allen spirituellen Wesen auszulernen, wenn ich das Wort verwenden darf, die daran glaubten und seinen Lehren auf Erden folgten.
Aber die Menschen werden die Wahrheit eines Tages kennen, und die Wahrheit wird sie frei machen.
Du musst dein Bestes versuchen, um in die Lage zu kommen, die Botschaften zu empfangen, die der Meisters dir schreiben möchte, sodass sie der Welt veröffentlicht werden können.
Ich bin dein Bruder in Christus,
Petrus